FC WIL: Der Neuling ist bereits der Edeljoker

Beim 3:1-Sieg des FC Wil gegen Wohlen ragte einer heraus: Neuzuzug Sergio Cortelezzi erzielte binnen Wochenfrist das zweite Tor als Einwechselspieler. Ein Assist kommt dazu. Dabei ist er noch nicht einmal ganz fit.

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Sergio Cortelezzi (r.) und Michael Gonçalves freuen sich über das 2:1. (Bild: M. Schumacher/Freshfocus)

Sergio Cortelezzi (r.) und Michael Gonçalves freuen sich über das 2:1. (Bild: M. Schumacher/Freshfocus)

Es gibt Gründe, wieso Sergio Cortelezzi beim FC Wil Anlaufschwierigkeiten haben könnte. Einerseits hat er einen grossen Teil der Vorbereitungsphase nicht in Wil bestritten, weshalb sein Fitnessstand noch nicht jener ist, der ihn zum Stammspieler machen würde. Anderseits ist die Integration nicht eben einfach, da der uruguayisch-italienische Doppelbürger weder Deutsch noch Englisch spricht. «Die Mannschaftskollegen helfen mir, so dass es für mich einfach ist», sagt Cortelezzi. Trainer Konrad Fünfstück ergänzt: «Wir arbeiten alle an der Sprache. Ich verbessere mein Italienisch, er will Deutsch lernen.»

Trotz dieser Hürden avanciert der Stürmer bereits zu einer wichtigen Figur. In den ersten drei Saisonspielen wurde er jeweils nach der Pause oder im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt, schaffte es aber bereits auf drei Skorerpunkte. Beim 2:2 vor gut einer Woche in Aarau erzielte der Stürmer das wegweisende Ausgleichstor zum 1:1, beim 3:1-Sieg gegen Wohlen am Samstag hatte er massgeblichen Anteil am Sieg. Nachdem er von der Wohler Hintermannschaft völlig vergessen gegangen war, konnte er sich nach einer Flanke von Serkan Korkmaz die Ecke aussuchen und per Kopf das 2:1 erzielen. Praktisch mit dem Schlusspfiff hielt Cortelezzi nahe der Seitenauslinie den Ball geschickt im Spiel und lancierte mit einem weiten Pass in die Tiefe Johan Vonlanthen, der seinen zweiten Saisontreffer erzielte.

«Für einen Stürmer ist wichtig, Tore zu erzielen und somit Selbstvertrauen zu tanken», sagte Cortelezzi. «Ich fühle mich derzeit wohl in der Jokerrolle. Wenn ich aber ganz fit bin, möchte ich Stammspieler werden.» Natürlich träumt er von mehr als der Challenge League. Zuerst gilt es aber, beim FC Wil Fuss zu fassen. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Schon übermorgen spielen die Wiler im Stade de Genève bei Servette, am kommenden Samstag im Cup bei Zweitligist Arbon. «Wir haben Cortelezzi geholt, damit er der Mannschaft mit Toren helfen kann. Es gilt aber, ihn behutsam aufzubauen», sagt Trainer Fünfstück.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch