FC St.Gallen
Kybunpark miniature: 14-Jähriger baut Stadion mit über 2100 Legosteinen nach – und bittet FCSG-Captain, seinen Vetrag zu verlängern

13 Jahre nach dessen Eröffnung präsentiert sich das Heimstadion des FC St.Gallen neu in minimierter Grösse. Jonas Gmür aus Niederwil hat den Kybunpark aus über 2100 Legosteinen massstabgetreu nachgebaut. Am Mittwochmittag hat die Kybun AG das Modell übernommen.

Andrea Häusler
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Der 14-jährige Schüler mit seiner Projektarbeit, die er nun für sich selber nachbauen will.

Der 14-jährige Schüler mit seiner Projektarbeit, die er nun für sich selber nachbauen will.

Bild: Tobias Garcia

Eigentlich hätte ja alles ganz anders kommen sollen. «Mein erster Gedanke war, bei Mamis Onkel im Wallis eine Holzfigur zu schnitzen», erinnert sich Jonas Gmür an die Ideensuche für seine Schulabschlussarbeit. Ein Tambourenstück zu schreiben sei ebenfalls eine Option gewesen. «Nur hat mich das wirklich nicht angesprochen.» Ganz im Gegensatz zum einigermassen spontanen Einfall, das Stadion seines Lieblingsvereins mit Legosteinen nachzubauen. Denn sowohl mit dem FC St. Gallen als auch mit den bunten Spielsteinen verbindet ihn eine ursprüngliche Leidenschaft.

Bald Aktionär des FC St.Gallen

Die Liebe zu den Grün-Weissen ist dem Sekundarschulabgänger der Oberbürer Oberstufe «Thurzelg» sprichwörtlich in die Wiege gelegt worden. Schon an seinem Kinderwagen hing ein FCSG-Wimpel und als Vierjähriger besuchte er seinen ersten Match. In bälde wird der 14 -Jährige gar Aktionär seines Clubs sein. Jonas Gmür:

«Als mein Götti auswanderte, hinterliess er mit drei Aktien. Noch lauten sie auf meine Eltern, aber an meinem 18. Geburtstag werden sie auf mich übertragen»

Klar habe es Klassenkameraden gegeben, die ihn belächelten, als er Lego als Grundlage seiner Projektarbeit genannt habe. «Die meisten fanden es aber cool.» Für Jonas Gmür sind die genoppten Plastikklötze mehr als ein Spielzeug. «Es werden laufend neue Sets für Kinder und Erwachsene kreiert - Lego ist nie fertig.»

Vierzig Stunden Planungszeit

Fertig geworden ist hingegen das Kybunparkmodell – und zwar rechtzeitig. Es zeugt von Präzision und Innovationsgeist, ist aber auch eindrückliches Zeugnis der Ausdauer und des technischen Verständnisses des Niederwilers. Der Lehrer honorierte die Arbeit des angehenden Maschinenbaukonstrukteur-Lehrlings denn auch mit einer glatten 6.

Der Kybunpark aus 2166 Legosteinen.

Der Kybunpark aus 2166 Legosteinen.

Bild: Tobias Garcia

Rund 40 Stunden lang hat Jonas geplant und gerechnet, acht Stunden gebaut. Die Legosteine sind alles Originalteile aus dem gängigen Sortiment. Zusammengesucht und bestellt hatte er sie im Internet. Die Kosten: Rund 700 Franken.

Ein stolzer Batzen. Deshalb platzierte er auch die Anfrage an die Kybun AG, ob ein Sponsoring denkbar wäre. Daran war die Namensgeberin des FCSG-Heimstadions nicht interessiert – sie wollte mehr: den Kauf. «Die Werte des FCSG, der Kybun AG und des jungen Niederwilers sind deckungsgleich: kreativ, bodenständig und voller Energie», begründete Karl Müller von der Kybun AG an der heutigen Modellübergabe das Kaufinteresse.

FM1Today

Lukas Görtler und sein Vertrag

So rasch ging das Geschäft dann allerdings nicht über die Bühne.«Ich musste das Angebot erst überschlafen», sagt Jonas Gmür. Wie viel er für sein Unikat bekommen hat, sagt er nicht. Nur: «Das Geld reicht sicher für den zweiten Kybunpark, den ich nun für mich selber bauen werde.»

Sein Stadionmodell im Massstab 1:600 wird nun als Ausstellungsobjekt durch die Ostschweizer Kybun-Filialen touren. In St. Gallen bleiben soll hingegen Ersatz-FCSG-Captain Lukas Görtler. Der persönliche Wunsch des Lego-Konstrukteurs an den Deutschen in der St.Galler Elf: «Können Sie bitte ihren Vertrag verlängern?»

Die Kybun AG kauft das Modell des Stadions. Anwesend waren unter anderen FCSG-Spieler Lukas Görtler, Jonas Gmür und Karl Müller von der Kybun AG bei der Übernahme.

Die Kybun AG kauft das Modell des Stadions. Anwesend waren unter anderen FCSG-Spieler Lukas Görtler, Jonas Gmür und Karl Müller von der Kybun AG bei der Übernahme.

Bild: Tobias Garcia