FC Sirnach kommt im Cup mit einem blauen Auge davon: 2:1-Sieg beim SC Berg

Der 2.-Liga-Club FC Sirnach gewinnt in der Cup-Vorrunde beim zwei Ligen tiefer spielenden SC Berg nach frühem Rückstand und einem Platzverweis mit 2:1. Nach einer schwachen ersten Halbzeit steigern sich die Hinterthurgauer und ziehen dank Toren von Anil Aydeniz und Dario Martic in den 1/32-Final ein.

Tim Frei
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Dalibor Velickovic (in blau) war einer der wenigen Sirnacher, der in der ersten Halbzeit Laufbereitschaft zeigte.

Dalibor Velickovic (in blau) war einer der wenigen Sirnacher, der in der ersten Halbzeit Laufbereitschaft zeigte.

Bild: Tim Frei (Berg, 7. August 2020)

Bergs Anhänger freuten sich wenige Minuten vor der Nachspielzeit auf die Verlängerung. Ihr 4.-Liga-Club hätte sich diese mit einem kämpferischen und mutigen Auftritt gegen den eindeutigen Favoriten aus Sirnach (2. Liga) verdient. Doch Dario Martic hatte etwas dagegen: Mit einem sehenswerten Schlenzer gelang ihm in der 87. Minute der 2:1-Siegtreffer für die Gäste.

Im Lager des FC Sirnach zeigte man sich erleichtert über den knappen Erfolg in der Cup-Vorrunde und das Weiterkommen: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», sagte Captain und Assistenztrainer Ruben Simoes. Ob sein Team den Gegner unterschätzt habe, der in den vergangenen drei Jahren zweimal in den 1/16-Final der Cup-Qualifikation vorgestossen sei? «Nein, das denke ich nicht», sagte Simoes und fügte an:

«Wir waren aber überrascht, dass sich Berg nicht hinten reinstellte, sondern hochstand und uns früh störte.»
Dario Martic (rechts) erzielte den sehenswerten Siegtreffer kurz vor Schluss.

Dario Martic (rechts) erzielte den sehenswerten Siegtreffer kurz vor Schluss.

Bild: Tim Frei (Berg, 7. August 2020)

Von einem Klassenunterschied war in erster Halbzeit nichts zu sehen

Das Heimteam versteckte sich in der Tat überhaupt nicht. Ein Klassenunterschied war in der ersten Halbzeit nicht bemerkbar. Im Gegenteil: Berg war vor allem in den Startphase die klar gefährlichere Mannschaft. Die frühe Führung nach knapp 12 Minuten war denn auch verdient. Stürmer Mauro Zingg profitierte von einem Missverständnis in der Sirnacher Verteidigung und schob zum viel umjubelten 1:0 ein.

Der Favorit dagegen tat sich besonders schwer damit, in den gegnerischen Sechzehner vorzustossen. Nur einmal wurde es für das Heimteam brenzlig, als Dalibor Velickovic nach einem schönen Doppelpass einen Schuss aufs Tor abgab. Bergs Torhüter parierte aber souverän. Simoes bemängelte in den ersten 45 Minuten vor allem die Laufbereitschaft:

«Unser Problem ist schon seit längerer Zeit, dass wir erst nach 20 Minuten ins Spiel finden. Wir müssen immer zuerst ein Tor kriegen, bis es bei uns läuft.»

Sirnach lässt sich auch von Platzverweis nicht beirren

Positiv stimmt Simoes, dass sein Team nach Wiederanpfiff eine Reaktion zeigte, die Partie noch kehrte – und sich dabei auch nicht von einem Platzverweis in der 55. Minute beirren liess. Der zur Pause eingewechselte Fernando Moura kassierte wegen einer Tätlichkeit die rote Karte. Dies tat dem deutlich verbesserten Sirnacher Auftritt in der zweiten Halbzeit aber keinen Abbruch. Der verdiente Ausgleich durch den ebenfalls zur Pause eingewechselten Anil Aydeniz in der 65. Minute war die logische Folge und leitete Sirnachs erfolgreiche Schlussoffensive ein.

Den Hinterthurgauern dürfte dieser Sieg im ersten Pflichtspiel seit neun Monaten guttun. Ihr letzter Erfolg im Cup liegt drei Jahre zurück. Und nächstes Wochenende bietet sich im 1/32-Final die Chance, nachzudoppeln. Dann trifft Sirnach mit St. Otmar erneut auf ein Team aus der 4. Liga. Für Ruben Simoes ist die Devise klar: «Wir möchten endlich mal wieder besser im Cup abschneiden».

Heute Abend und am Sonntag finden die nächsten Spiele der ersten Cup-Vorrunde statt.Um 16.30 Uhr trifft etwa der SC Bronschhofen (2. Liga) auswärts auf das ambitionierte 3.-Liga-Team Dardania St. Gallen. Mehr Infos zu den ersten Cupspielen finden Sie hier.