Faszinierendes Unterfangen

Heute Freitag wird die neueste Ausgabe des Toggenburger Jahrbuchs in Lichtensteig präsentiert. Nebst Geschichten aus dem Toggenburg wurden Magdenau, Flawil und Uzwil berücksichtigt.

Melanie Graf
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Tafelbild von Augustin Meinrad Bächtiger: Die heilige Idda aus dem Toggenburg an der Scheune beim Beggenstadel. (Bild: meg.)

Tafelbild von Augustin Meinrad Bächtiger: Die heilige Idda aus dem Toggenburg an der Scheune beim Beggenstadel. (Bild: meg.)

REGION. «Eine thematisch nahezu unerschöpflich erscheinende Kulturlandschaft macht jede neue Jahrbuchausgabe zum stets faszinierenden Unterfangen und Suchen nach der guten Mischung oder der Spannung über Geschichte, Gegenwart und Zukunft», schreibt der Flawiler Anton Heer im Vorwort der 13. Ausgabe des Toggenburger Jahrbuchs. Diese sowohl reiche als auch vielgestaltige Kultur und Natur des Toggenburgs lassen die Redaktoren des Buchs auch nach Geschichten in Magdenau, Flawil und Uzwil greifen. Beata Ebnöther etwa schreibt ausführlich über die Magdenauer Tafelbilder von Augustin Meinrad Bächtiger (1888–1971).

Letztes Kloster im Toggenburg

Zum Zisterzienserinnenkloster Magdenau gehören vier landwirtschaftliche Gebäude und ein Wohnhaus, an deren Fassaden jeweils ein Tafelbild als Wandschmuck hängt. Die Bilder zeigen vier Heilige und ein lokalhistorisches Ereignis. Der in der Ostschweiz bekannte Künstler Augustin Meinrad Bächtiger (1888–1971) hat die Bilder im Jahr 1944 zum 700-Jahr-Jubiläum des Klosters gemalt. Das Kloster Magdenau ist, nach der Schliessung des Kapuzinerinnen Klosters Maria der Engel in Wattwil im Jahr 2010, das einzige Kloster im ganzen Toggenburg.

Freiwillige Hospizarbeit

Die Flawilerin Berti Knellwolf verfasste einen Beitrag über die Hospizarbeit im Toggenburg. Die Preisträgerin des dritten Palliativ-Preis-Ostschweiz organisiert die Einsätze der Flawiler Hospizgruppe und dient selbst als Betreuerin in der Hospizarbeit. In ihrem Beitrag erläutert sie genau, was hinter den Begriffen «Palliative Care» und «Hospizarbeit» steckt und was Menschen – wie Lehrer, Floristinnen oder Kindergärtnerinnen – zur anspruchsvollen Freiwilligenarbeit bewegt. «Die Bereitschaft, die Unruhe, zuweilen sogar Aggressionen, die Ängste oder einfach das stille Dasein auszuhalten, und nicht zuletzt die Gabe, die Nöte, Gedanken und Bedürfnisse eines schwerkranken Menschen zu erkennen und darauf einzugehen, sind bemerkenswert», schreibt Berti Knellwolf.

Das Toggenburg erstreckt sich bis zur Thur bei Uzwil. Die zum heutigen Wahlkreis Wil gehörende Industriestadt Uzwil ist mit seinen rund 12 000 Einwohnern die grösste Toggenburger Gemeinde. Mit dem Beitrag «Uzwil-Darwin-Adelaide – Reminiszenzen zum World Solar Challenge» schrieb Anton Heer eine ausführliche Zusammenfassung des Projekts.

3000 Kilometer

Ende 2009 brachte ein Mitarbeiter die Idee der Teilnahme an der World Solar Challenge. Eineinhalb Jahre lang arbeiteten rund 30 Mitarbeitende des Technologiekonzerns Bühler am SER-Freizeitprojekt. Im Oktober 2011 startete es an der World Solar Challenge Esplanade in Darwin. Das 150 Kilogramm schwere Solarmobil SER 1 hat nach rund 3000 Kilometern und 50 Stunden Fahrzeit die Ziellinie in Adelaide überquert und mit dem neunten Platz die World Solar Challenge 2011 quer durch Australien beendet. Und bald soll es wieder soweit sein: Nächstes Jahr tritt ein Team zum zweitenmal bei der Word Solar Challenge in Australien an.

Die Präsentation des Toggenburger Jahrbuchs 2013 findet heute abend um 19 Uhr im Chössi-Theater Lichtensteig statt.