Faszination Paris–Roubaix

Morgen Sonntag findet der Radklassiker Paris–Roubaix mit seinen bekannt-berüchtigten Pavés statt. Am Juniorenrennen auf der fast identischen Strecke nimmt auch der Junior Stefan Küng aus Wilen teil.

Urs Nobel
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Rad. Wenn morgen Sonntag das Radrennen Paris–Roubaix stattfindet, werden alle Augen auf Fabian Cancellara gerichtet sein. Der Schweizer Radprofi gehört zum engsten Favoritenkreis dieses prestigeträchtigen Rennens, er ist sogar der Favorit Nummer 1.

Wenn Fabian Cancellara über die holprige und schlüpfrige Strecke am Arenberg fährt, wird Stefan Küng bereits unter der Dusche stehen. Das Juniorenrennen, welches mit der Strecke der Profis vor allem am Schluss identisch ist, fand bis zu diesem Zeitpunkt bereits statt. Stefan Küng äusserte sich im Vorfeld über dieses Rennen dahingehend, dass er es kaum erwarten könne, dieses zu fahren. Und, obwohl er dort zum ersten Mal antritt, rechnet er sich gute Möglichkeiten aus, einen Spitzenrang herauszufahren. «Ich verfüge über genügend Selbstvertrauen, habe eine gute Velobeherrschung und besitze die notwendige Leidensfähigkeit.»

Die Form stimmt

Obwohl Stefan Küng – sofern er sich qualifiziert – im Jahr 2011 auf der Strasse und der Bahn insgesamt an drei EM oder Weltmeisterschaften teilnehmen kann, ist für ihn der Klassiker Paris–Roubaix die grosse Herausforderung dieses Jahres. Dafür trainierte er im Winter gezielt. Die Ränge 1, 5, 6 und 19 an den bisherigen vier bestrittenen nationalen Rennen zeigen ihm auf, dass seine Form stimmt.

2000 Kilometer

Gemacht hat er dafür im Winter – wenigstens aus seiner Sicht – nicht so viel. Nach dem Sechstage-Rennen in Zürich legte er sein Velo zuerst einmal für drei Wochen auf die Seite und genoss sogar Skiferien. Der gute Skifahrer weilte für eine Woche in Pontresina. Im Februar galt das Augenmerk des talentierten Rennfahrers der Bahn. Mit dem Natikader zog er seine Runden in Aigle. Erst danach kamen die Kilometer auf der Strasse, auf welchen er die Grundlagen der Kondition erarbeitete. «Ich bin die ersten Strassenkilometer eher locker angegangen und achtete mehr auf meinen Puls als auf die Anzahl Kilometer. Weil ich mehrheitlich alleine trainierte, passte ich mich auch keinem Fahrplan, sondern dem Wetter an.» In der Folge weilte Stefan Küng mit dem Kader zehn Tage auf Mallorca. Das Wetter sei zwar schlecht gewesen, die Stimmung im Team dafür gut. Bevor er am 20. März sein erstes Rennen bestritt, hatte Küng ungefähr 2000 Kilometer in den Beinen. Seine Bilanz aus den ersten vier Rennen, in denen er dreimal in die Top-Ten fuhr, ist zwiespältig. «Es wäre mehr dringelegen», zeigt er sich selbstkritisch.

Auf sich aufmerksam machen

Stefan Küng ist in seiner Karriereplanung bereits so weit, dass ihn nationale Rennen nicht mehr gleichermassen interessieren wie internationale. «Nur in den internationalen Rennen kann man mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen», weiss er.

Morgen Sonntag gibt es eine gute Gelegenheit dazu. Weitere gute Möglichkeiten bestehen im Mai an einer Rundfahrt in Belgien, im Juni an der Schweizer Meisterschaft oder im Juli an der Bahn-EM in Portugal. Im August geht es dann an die Bahn-WM nach Moskau, ehe im September die Strassen-WM in Kopenhagen auf ihn wartet. Das alles neben der Schule. Stefan Küng ist nämlich immer noch Schüler an der Kanti in Wil …

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