Fasnacht Lenggenwil: Maskottchen wird zum Filmstar

Die Verantwortlichen der Lenggenwiler Fasnacht werben mit einer mehrteiligen Filmserie und dämmen den Lärm.

Zita Meienhofer
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«Lenggi», das Maskottchen der Lenggenwiler Fasnacht, spielt die Hauptrolle in den Filmen, die auf den Anlass hinweisen.

«Lenggi», das Maskottchen der Lenggenwiler Fasnacht, spielt die Hauptrolle in den Filmen, die auf den Anlass hinweisen.

Bild: PD

«Lenggi», der unförmige Clown mit dem grossen Hinterteil und dem ebenso grossen Gesicht steht als Schnupperlehrling in einer Zahnarztpraxis und bereitet sich auf den ersten Patienten vor. Doch es funktioniert nicht so wie es sich das Maskottchen der Lenggenwiler Fasnacht vorgestellt hat. Statt dem Zahnarzt die Spritze zu reichen, fällt er in Ohnmacht. Letztlich wird ihm zu verstehen gegeben, dass er sich für diesen Beruf nicht eigne. Der sonst so fröhliche Clown lässt seinen Kopf hängen. Das ist der Inhalt einer der Filme, mit denen die Organisatoren auf die Lenggenwiler Fasnacht unter dem Motto «Traumberufe» aufmerksam machen.

Als Veranstalter im Gespräch bleiben

Es ist nicht das erste Jahr, in dem das Komitee der Lenggenwiler Fasnacht mit einem Film auf den Anlass hinweist. Dieses Jahr ist es jedoch eine Filmserie, die «Lenggi sucht seinen Traumberuf» heisst. Das Maskottchen schnuppert nicht nur bei einem Zahnarzt, sondern unter anderem auch beim Dachdecker oder bei der Feuerwehr. Acht Mal haben sich Severin Löhrer, Lars Kappeler und Dominik Karrer, alles Mitglieder des Fasnachtskomitees, vor die Kamera gewagt. Rund zwei Stunden dauerten die Aufnahmen jeweils.

Etwas mehr Arbeit hatte Dominik Karrer, der den Filmschnitt besorgte. Severin Löhrer, Präsident des Fasnachtskomitees, zeigt sich zufrieden mit der Realisation der Idee und die Resonanz sei erfreulich. Allerdings ist er sich bewusst, dass wegen dieser Filme nur wenige Personen zusätzlich den Anlass besuchen. Doch er weiss auch: «Wichtig ist, dass wir im Gespräch bleiben».

Weniger Lärm und mehr Wildpinkler

Severin Löhrer freut sich auf die drei närrischen Tage in Lenggenwil, vor allem darauf, dass es endlich losgeht. Im Unterschied zu den Vorjahren gab es dieses Jahr keine Pause mehr während der Sommermonate. «Sonst verlieren wir zuviel Zeit», erklärt er.

Denn obwohl der Anlass schon zum 42. Mal durchgeführt wird, gibt es jeweils Punkte, die angepasst oder verändert werden müssen. Dieses Jahr wurden die Richtlinien für die Umzugsgruppen erneuert. «Jede teilnehmende Gruppe hatte diese unterschrieben zu retournieren», so der Komitee-Chef. Die wichtigste Erneuerung ist die Tatsache, dass der Parkplatz, auf dem die Umzugswagen parkiert sind, bis 18 Uhr geräumt sein muss. Der Grund: Lärmemissionen. Der Lärm, das ist ein «grosses Thema während des dreitägigen Grossanlasses. «Wir achten sehr darauf, dass sich die Lärmemissionen in Grenzen halten», sagt Löhrer. Die Bemühungen hätten sich gelohnt, denn nach der Fasnacht 2019 sei keine Lärmreklamation mehr eingegangen.

Beanstandungen gab es allerdings wegen vermehrter Wildpinkler. Deshalb werden dieses Jahr noch mehr mobile Toiletten an der Umzugsroute aufgestellt sein. Diese sind auf dem Plan, der bei den Eintrittsportalen zum Umzug abgegeben wird, eingezeichnet.

Vom Wetter hängt der Erfolg des Umzugs ab

71 Gruppen oder Guggen stehen auf dem Umzugsplan vom Sonntag, 16. Februar. Umzugschef Heinz Hollenstein musste auch dieses Jahr einigen Interessierten eine Absage erteilen. Löhrer sagt:

«Mit dieser Anzahl ist das Maximum erreicht, mehr geht einfach nicht.»

Darunter sind auch sechs Gruppen aus den drei Dörfern der Gemeinde. Mehr Einheimische, das wäre schön, bekennt er. Er weiss jedoch, weshalb die Anzahl gering ist: «Viele Personen aus der Gemeinde sind im Helferstab eingeteilt und dafür sind wir sehr dankbar». Darunter ist auch die dreiköpfige Jury, die am Sonntag die Umzugswagen bewertet. Fünf Wagen werden letztlich prämiert. Diese Prämierung – wie auch jene am Lenggiball vom Samstagabend – wird von externen Personen vorgenommen.

Letztlich verschweigt Löhrer nicht, dass er der erneuten Nichtteilnahme des Bucherclubs Lenggenwil nachtrauert. Dieser hatte in den vergangenen Jahren jeweils ein aktuelles Thema aus der Gemeinde originell auf die Schippe genommen. «Etwas, das nun wirklich fehlt», so Löhrer.

Die Organisatoren der Lenggenwiler Fasnacht sind bereit und freuen sich auf den Startschuss. Und sie hoffen auf schönes Wetter. «Das Wetter ist entscheidend, ob der Anlass, vor allem am Sonntag, zum Erfolg wird», sagt Severin Löhrer. Denn, der Aufwand bleibt gleich gross, ob nun die Sonne scheint, oder, ob es wie aus Kübeln giesst.