Farben, Klänge und Spezialitäten

Das Fest der Begegnung der Kulturen und Nationen in der Uzehalle in Uzwil war ein grosser Erfolg. Zeitweise gab es keinen Platz mehr. Eine interreligiöse Feier am Abend zeigte, wie viel Gemeinsames die Menschen verbindet.

Cecilia Hess-Lombriser
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Der Tanz der Kroaten. Die Nation war präsent und initiativ. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Tanz der Kroaten. Die Nation war präsent und initiativ. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

UZWIL. Der Duft von Speisen schlug den Besuchern am Samstag bereits am Eingang zur Uzehalle entgegen. Rund um die Spielfläche reihten sich Stände aneinander, die mit den Nationalfarben der beteiligten Länder geschmückt waren. Und es gab vielerlei Köstlichkeiten zu kaufen. Auf der Bühne wechselten sich die Nationen mit Darbietungen ab; dazwischen gab es Musik verschiedenster Stile.

Essen verbindet

In der Region leben Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen. Sie arbeiten Seite an Seite, wohnen nebeneinander, die Kinder gehen zusammen zur Schule, spielen miteinander Fussball. Um friedlich miteinander zu leben und einander zu respektieren, braucht es Schritte aufeinander zu. Am Samstag war die Schwelle niedrig, ins Gespräch zu kommen und einander in die Augen zu schauen. Menschen aus 18 Nationen hatten viel Arbeit investiert, um an ihren Ständen etwas zu bieten. Sie hatten sie geschmückt, teilweise Informationen aufgelegt und vor allem Zutaten eingekauft und Essen gekocht, frittiert oder gebacken. Und alle standen hinter ihren Ständen, ohne später etwas in der Kasse zu haben. Nach Abzug der Auslagen kamen sämtliche Einnahmen in einen Topf für die Erdbebenopfer in Nepal. Bei jedem Fest der Begegnung der Kulturen und Nationen wird ein Projekt unterstützt. Die Solidarität macht sich auf verschiedenen Ebenen bemerkbar.

Gebete verbinden

OK-Präsident Kari Bürgler moderierte die Darbietungen auf der Bühne, stand am Mischpult, war Ansprechperson für verschiedene Anliegen. Im Hintergrund wirkten weitere Heinzelmänner und -frauen mit. Jede halbe Stunde präsentierte sich eine andere Nation auf der Bühne: singend, tanzend, musizierend oder mit einem Kampfsporttanz wie etwa die Brasilianer. Kinder und Erwachsene zeigten etwas von ihrer Kultur, meistens in farbenfrohen Landestrachten und mit schnellen Schritten und fremdem Rhythmus. In der Mitte der Halle standen Tische und Bänke, und wer den Blick über die Reihen schweifen liess, erkannte den Nationenmix. Die interreligiöse Feier gegen Abend, in der Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche und der Islamischen Gemeinschaft Wil Gebete lasen, machte bewusst, dass sich die Gebete der Religionen kaum unterscheiden. «Ich bin froh, dass Sie da sind und das probieren, was andere zu bieten haben», sagte der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel. Am Rande gab es viele tiefgehende Gespräche, die so bei einer anderen Gelegenheit nie zustande gekommen wären, wie zu erfahren war.

Ecuador präsentierte sich unter anderem mit einer bunten Kindertanzgruppe.

Ecuador präsentierte sich unter anderem mit einer bunten Kindertanzgruppe.

Jetmir Bejtulai und Priska Ziegler verbindet die Gebetskette oder der Rosenkranz.

Jetmir Bejtulai und Priska Ziegler verbindet die Gebetskette oder der Rosenkranz.

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