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Glosse

Fans, Filmemacher und Falschklatscher: Diese sieben Zuschauertypen gibt es an jedem Konzert

Eine Glosse für alle Konzertgänger.
Marco Enzler
Begeisterung allenthalben: Jeder bringt Freude auf seine eigene, ganz persönliche Art und Weise zum Ausdruck. (Bild: Donato Caspari)

Begeisterung allenthalben: Jeder bringt Freude auf seine eigene, ganz persönliche Art und Weise zum Ausdruck. (Bild: Donato Caspari)

Egal bei welchem Konzert – es gibt sie immer: die sieben Zuschauertypen. Da gäbe es einmal den «Fan». Er kennt jeden Song auswendig und singt aus voller Brust mit. Text, Ton und das Trommelfell des Vordermannes verkommen für ihn zur Nebensächlichkeit.

Über den Fan regt sich der «Hobby-Filmemacher» auf. Dieser «Regisseur» achtet nämlich minutiös darauf, das Konzert in voller Länge aufzunehmen. Da stören die gelallten Texte des Fans die Aufnahme natürlich erheblich.

Feind des Hobby-Filmemachers ist auch der «Scheibenwischer». Er streckt in jedem passenden und unpassenden Moment die Hände in die Luft und wedelt damit frenetisch von links nach rechts und von rechts nach links. Er ist der Erste, der bei der Schnulze begeistert das Feuerzeug zückt.

Von alledem bekommt der «Geniesser» nicht viel mit; denn er ist mit der Musik und sich selbst beschäftigt. Oft wippt er mit geschlossenen Augen gedankenverloren im Takt der Musik; von der Kakofonie um ihn herum bekommt er wenig mit.

Einzig der «Drängler» kann den Geniesser mit einem Stoss in den Rücken aus dessen tranceartigen Zustand reissen. Der Drängler kommt typischerweise zu spät und wurstelt sich dann mit mindestens drei Bechern Bier durch die Menschenmenge. Er arbeitet sich mit wenig glaubwürdigen Entschuldigungen Meter für Meter nach vorne.

Über den Drängler nervt sich auch der «Muffel». Dieser ist zu schüchtern, um wirklich aus sich herauszukommen, und so steht er etwas verloren in der Menge und hält sich bei spontanen Choreografien lieber im Hintergrund. Am Ende des Liedes applaudiert er zwar artig, doch niemals auffällig.

Ganz anders der «Falschklatscher». Denn er klatscht nicht, um Begeisterung auszudrücken, sondern um den Rhythmus des Liedes zu unterstreichen. Dumm nur, dass er dabei präzise wie ein Schweizer Uhrwerk am Takt vorbei klatscht. Mal zu früh mal zu spät, doch niemals auf den Schlag. Dafür aber mit umso grösserer Begeisterung.

Und darauf kommt es schliesslich an. Auf die Begeisterung. Alle geniessen die Musik auf ihre eigene Weise – und Hand aufs Herz: Das ist ja wohl der Sinn eines Konzertbesuchs.

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