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Familienlandsitzfestival in Degersheim: Ein zweites Fest ohne Gitter und Eintrittskontrolle

In Degersheim fand über das Wochenende mit dem Familienlandsitzfestival noch ein anderes Open Air statt.
Michael Hug
Rund vierzig Besuchende kamen an das Familienlandsitzfestival. Bild: Michael Hug

Rund vierzig Besuchende kamen an das Familienlandsitzfestival. Bild: Michael Hug

Am Familienlandsitzfestival mussten sich die Besuchenden nicht hinter einen Zaun zwängen lassen. Auch kostete das Open Air im Herrenluftbad keinen Eintritt. Doch Musik gab es – man machte sie selber. Dazu reichten Gitarre, Trommel und die Singkünste des Publikums. «Fliessen lassen, spüren was kommt und geniessen», lautete die unausgesprochene Übereinstimmung unter den rund 40 Besuchenden des kleinen Festivals. Gemeinsam ist allen die naturverbundene Lebensweise, deshalb auch das Herrenluftbad: «Es gibt für ein solches Fest fast keinen anderen Ort», sagt Claudia Spörli aus Flawil, mit Annemarie Suter Co-Organisatorin des dreitägigen Anlasses.

Das Fest mit Kind und Kegel sei auch ein Treffen von Gleichgesinnten, so Spörli weiter. Die Besuchenden kommen aus der weiteren Region und haben alle eine Vision: Autark leben in einer Gemeinschaft, einen «Blätz» Boden bearbeiten zur Selbstversorgung und im Übrigen sich aushelfen, wo gerade Hilfe gebraucht wird.

Besucher Urs Gassmann ist baubiologischer Schreiner und nach Süddeutschland ausgewandert: «Es ist in der Schweiz fast unmöglich, eine Fläche Boden zu kaufen, die über die Grösse eines normalen Gartens hinausgeht.»

Idee soll verwirklicht werden

Die Idee des «Familienlandsitzes» kommt aus Russland, genauer aus den Büchern des russischen Romanautors Wladimir Pusakov alias Wladimir Megre.

In seinen Büchern propagiert Megre mittels der fiktiven Figur «Anastasia» die «Familienlandsitze»: Eine Hektare Boden für jeden Bürger zur Selbstversorgung. «Diese Idee wollen wir verwirklichen» sagt Claudia Spörli, «alle von uns arbeiten daran. Manche sind bereits dabei, andere suchen noch Land dafür.» Das Familienlandsitzfestival sei ein Anlass, um Erfahrungen auszutauschen und Netzwerke zu schaffen. Es sei eben kein Open Air im üblichen Sinne, wo man nur konsumiert: «Es kann trotzdem jeder und jede kommen und es kostet keinen Eintritt.»

Obskur, so Spörli weiter, sei dabei überhaupt nichts: «Wir sind keine Sekte und sicher auch nicht rechtsesoterisch.» Das Familienlandsitzfestival hat bereits zum vierten Mal im Herrenluftbad stattgefunden.

Standort sorgte für Verwirrung

Für Verwirrung sorgte im Vorfeld auch der Standort des Platzes und die Zuständigkeit der Behörden. Das Herrenluftbad befindet sich auf Neckertaler Boden, demzufolge ist die Gemeinde Degersheim nicht zuständig für die Bewilligung. Die Gemeinde Neckertal ist gleichfalls nicht zuständig, so Gemeindepräsidentin Vreni Wild am Freitag im Lokalfernsehen: «Es ist eine Veranstaltung mit weniger als 50 Personen, da braucht es gar keine Bewilligung!»

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