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Familie Hagen aus Oberuzwil holt zum grossen Schlag aus: An der Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen treten sie für Serbien an

An der Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen ist fast die ganze Familie Hagen aus Oberuzwil dabei. Tochter Cassandra wechselte dafür von den Schweizer U-18 ins serbische Elite-Team. Gecoacht wird sie von Vater Edi.
Gianni Amstutz

Am 22. Juli steht für Familie Hagen aus Oberuzwil der Höhepunkt des Jahres an: die Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen in Linz. Gleich drei Familienmitglieder werden dabei im Einsatz stehen. Trainer Edi Hagen, seine Frau Slavi als Teammanagerin und auf dem Feld Tochter Cassandra. Die Leidenschaft für Faustball wurde Cassandra Hagen in die Wiege gelegt. Ihr Vater war jahrelang selbst aktiver Spieler, bevor er Trainer wurde. Diese Funktion bekleidete er bis vor zwei Jahren bei der Faustballgemeinschaft Rickenbach-Wilen (RiWi). Cassandras Bruder spielte jahrelang in der NLA. Da sie ihre Familie oft zu den Spielen begleitete, wurde sie auch mit dem Faustball-Virus infiziert. Zurzeit spielt sie bei Elgg, wo ihr Vater inzwischen als Co-Trainer amtet. Dass ihr Vater im Nationalteam wie auch bei Elgg gleichzeitig ihr Trainer ist, habe nie zu Problemen geführt. «Wir haben eine klare Rollentrennung abgemacht. Zuhause bin ich ihr Vater, aber auf dem Feld der Trainer», sagt Edi Hagen. Aber natürlich dreht sich auch im Hause Hagen vieles um Faustball und am Familientisch wird oft gefachsimpelt.

Ein Nischendasein mit Vor- und Nachteilen

Was Tochter und Vater am Sport begeistert, ist vor allem die kollegiale Atmosphäre. Gerade weil Faustball eine Randsportart sei, herrsche unter den Teams ein lockeres, familiäres Verhältnis, sagt Edi Hagen. Hier werde noch echter Sportgeist gelebt. Exorbitante Löhne gebe es ebenso wenig wie Futterneid. Auf dem Platz würden die Teams zwar alles geben, aber nach dem Spiel sitze man oft noch zusammen. Deshalb wolle er gar nicht, dass Faustball so populär werde wie Fussball oder Eishockey.

Das Nischendasein des Sports hat aber auch Nachteile. So muss Cassandra Hagen den Leuten regelmässig erklären, dass Faustball nicht dasselbe wie Fussball ist und auch mit Handball nichts zu tun hat. Wegen der geringen Bekanntheit des Sports sei die Situation gerade auch im Nachwuchs in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, sagt Edi Hagen. «Anlässe wie eine Weltmeisterschaft, die dem Sport mehr Aufmerksamkeit bescheren, können da Abhilfe schaffen.» Besonders mit der Herren-WM in Winterthur im nächsten Jahr verbindet Edi Hagen grosse Hoffnungen. «Das kann dem Faustball einen Schub geben.»

An der WM in Linz wird Familie Hagen aber nicht für die Schweiz, sondern für das serbische Nationalteam antreten. Cassandra ist Doppelbürgerin und konnte sich entscheiden, für welche Nation sie spielen wollte. Die Wahl fiel letztlich auf Serbien. «Hier habe ich die Chance, zu spielen und kann dabei helfen, etwas Neues aufzubauen», erklärt sie. Denn für das serbische Frauenteam ist es die erste Teilnahme an einer WM. Im Gegensatz zur Schweiz gehören sie an der WM nicht zum engeren Favoritenkreis. Es sei nicht etwa ein Entscheid gegen die Schweiz, sondern einer für Serbien gewesen. Deshalb sei sie froh, dass die Teams an der WM in der Vorrunde nicht aufeinandertreffen. «Schliesslich schlägt mein Herz für beide Nationen.»

Training in den Ferien in der zweiten Heimat

Cassandra Hagen ist die einzige Spielerin im serbischen Kader, die in der Schweiz lebt. So werden die Trainings mit dem Nationalteam dann abgehalten, wenn Hagens Ferien in Serbien macht. Bevor es an die WM nach Linz geht, reist die Familie deshalb noch nach Belgrad. Dort versucht Edi Hagen mit Cheftrainer Ivan Milenkovic, dem Team den letzten Schliff zu geben. Obwohl Edi Hagen nicht fliessend serbisch spricht, klappt die Verständigung gut. «Die Faustballbegriffe kenne ich alle», erklärt er lachend. Für den Titel wird es zwar nicht reichen, da sind sich Vater und Tochter einig. Ich bin aber überzeugt, dass wir als Team an der Aufgabe wachsen werden», sagt Cassandra Hagen. Nur zum Spass reist das serbische Frauenteam aber nicht nach Linz. «Wir wollen dem einen oder anderen Gegner gerne ein Bein stellen.»

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