Fallende Bäume und fliegende Dächer

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Region Zuerst habe er den lauten Knall gar nicht richtig einordnen können, sagt Ernst Bühler. Erst als er am 1. August gegen 19 Uhr nach draussen ging, sah er, was geschehen war: Eine Tanne aus dem Garten seines Nachbarn war auf das Dach seines zweigeschossigen Wohnhauses an der Alpsteinstrasse in Uzwil gestürzt. «Wir hatten Glück im Unglück», sagt Ernst Bühler. «Meine Frau und ich sind wohlauf. Das Dach muss zwar repariert werden, aber der Sachschaden ist nicht allzu gross.»

Seinem Nachbarn macht Ernst Bühler keinen Vorwurf. Die umgestürzte Tanne sei im Stamm faul gewesen. «Das konnte der Nachbar ja nicht wissen.» Äusserlich habe man dem Baum nicht angesehen, dass er krank war. Die alarmierte Uzwiler Feuerwehr war rasch an die Alpsteinstrasse ausgerückt. «Wir hatten wegen der heftigen Sturmböen noch andere, kleinere Einsätze zu bewältigen, darunter technische Alarme in Industrieanlagen», sagt Kommandant Mirco Miotto. Mit einem Spezialfahrzeug wurde die umgestürzte Tanne vom Dach gehievt und in Teile zersägt. Die Feuerwehr Uzwil stand am Dienstagabend mit 35 Mann im Einsatz.

Eines Kraftakts von Mensch und Maschine bedurfte es auch an der Bundesfeier der Gemeinde Oberuzwil, die bei einem Bauernhof in Bichwil stattfand. Im Hinblick auf das Gewitter wurde über dem Grillstand provisorisch aus Blachen ein Dach aufgespannt. Der Wind drohte, dieses wegzureissen. So mussten sich einige Anwesende daran klammern. «Wir haben sogar einen Traktor drangebunden», sagt Leo Neuländner, Präsident der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil (organisierender Verein).

Auch über der Wiler Reitwiese, dem Austragungsort der gemeinsamen Bundesfeier der Stadt Wil und der Politischen Gemeinde Wilen, machte sich das Unwetter breit. Gut eine Stunde vor Beginn entlud sich über der Äbtestadt ein starker Regen, begleitet von kräftigen Windböen. Letztere warfen auf dem Festgelände sogar Jahrmarktstände um, die für die Essensausgabe bestimmt waren. Die Instrumente und technischen Einrichtungen auf der Bühne blieben glücklicherweise unbeschadet. «Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns kurzfristig noch für ein stabileres Bühnendach entschieden haben», sagt Ruedi Schär, Organisator im Namen von Stadt Wil Tourismus. Die Bevölkerung erschien trotz des Unwetters zur Feier, allerdings kamen viele etwas später. 1300 Personen waren anwesend. Das Feuerwerk konnte pünktlich starten. Und auch das Entzünden des Funkens fiel nicht ins Wasser. Zwar wurde das Holz etwas nass. «Doch dank dem wir von der Feuerwehr etwas Brandbeschleuniger bekommen haben, brannte er schliesslich tipptopp», sagt Ruedi Schär.

Urs Bänziger/Ursula Ammann

redaktion@wilerzeitung.ch

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