Fall muss schnell verhandelt werden

Ein junger, der Vergewaltigung beschuldigter Serbe musste schnell vor Gericht gebracht werden, denn das Opfer wartete vier Jahre, ehe es bei der Polizei Anzeige erstatte. Dies aus Angst vor dem Ex-Freund.

Merken
Drucken
Teilen

Ein junger, der Vergewaltigung beschuldigter Serbe musste schnell vor Gericht gebracht werden, denn das Opfer wartete vier Jahre, ehe es bei der Polizei Anzeige erstatte. Dies aus Angst vor dem Ex-Freund.

Kurz vor Verjährung

Dies brachte die Staatsanwaltschaft in arge Bedrängnis, denn bereits Ende dieses Monats verjähren die beiden schwersten Anklagepunkte (Vergewaltigung/Freiheitsberaubung). So musste der Beschuldigte eiligst vor die Schranken des Gerichts gebracht werden: ohne genügende Beweisführung, ohne klinische, psychiatrische Begutachtung.

Dies brachte der amtliche Verteidiger auch vor. «Ich plädiere auf Freisprüchen, die bestrittene Vergewaltigung, die Freiheitsberaubung und die Drohungen betreffend.»

Die richtige Massnahme finden

In erster Linie verlangte der Verteidiger aber eine Sistierung (Verschiebung) des Verfahrens, bis ein Gutachten vorliege und über die richtige Massnahme für seinen Mandanten entschieden werden könne. Der Serbe schien nicht zu realisieren, dass die Juristen über ihn, seine Zukunft diskutierten.

Er war ruhig, wenn er etwas sagte, dann schwer verständlich. Was in den hintersten Reihen zu verstehen war: «Ich bin mit der Massnahme einverstanden.» Es schienen sich alle einig zu sein, denn die psychiatrische Begutachterin sprach vorerst von einer hohen Rückfallquote, einer schizotypen Störung. Eine geschlossene, stationäre, forensisch-psychiatrische Massnahme sei zumindest vorerst notwendig. (con.)

Das Urteil erscheint nächste Woche.