Fakten und Zahlen verlangt

Ein Ausschuss des Komitees «Töbeli Nein» gibt sich mit den Informationen zur Standortevaluation für das neue Feuerwehrdepot nicht zufrieden. Sie wollen mehr Antworten.

Melanie Graf
Merken
Drucken
Teilen

FLAWIL. Vor der Gemeindeabstimmung zum Feuerwehrdepot im Töbeli am 17. Mai 2009 wehrte sich das Komitee «Töbeli Nein», bestehend aus Personen aus Politik und Wirtschaft, gegen den Bau des Depots. Damals war man unter anderem der Meinung, dass das Bauland in Bahnhofnähe zu kostbar sei, um darauf ein Feuerwehrdepot zu bauen, und empfahl, ein Nein in die Urne zu legen. Mit Erfolg. Das Depot wurde von der Stimmbevölkerung abgelehnt. Dann wurde es still um dieses Thema. Kürzlich lud die Gemeinde zum öffentlichen Mitwirkungsverfahren ein. Sechs Standorte stehen für die Evaluation des neuen Depots zur Wahl (die Wiler Zeitung berichtete). Das «Töbeli Nein»-Komitee lud gestern zu einer Medienkonferenz ein.

Keine Verhandlungen geführt

Um es vorwegzunehmen: Das Komitee «Töbeli Nein» hat sich schon immer für ein besseres, den heutigen Anforderungen genügendes Feuerwehrdepot ausgesprochen. Dies betonte ein Ausschuss des Komitees deutlich. Dieter Lüdi, Peter Meierhans, Hedi Mérillat und Theophil Pfister legten andere Anliegen das Feuerwehrdepot und der Standortevaluation betreffend dar.

«So wie es jetzt läuft, läuft es nicht im Sinne des Projekts», sagt Hedi Mérillat. Man stelle in einem öffentlichen Mitwirkungsverfahren, welches an sich eine gute Idee sei, sechs Standorte mit rudimentären Kriterien zur Wahl. Massgebende Faktoren seien die feuerwehrtechnischen, bautechnischen und die finanziellen Aspekte. «Verfügt die Öffentlichkeit über die entscheidenden Angaben, um eine fundierte Bewertung der vorgeschlagenen Standorte zu treffen?», fragt sie sich. «Man hat noch keine Verhandlungen mit den Grundeigentümern geführt. Doch der finanzielle Aspekt muss doch berücksichtigt werden», ist Hedi Mérillat überzeugt. Letztlich komme der Kostenfrage eine matchentscheidende Rolle zu. Einzig im Schändrich kenne man den Bodenpreis.

«Kein Bauland opfern»

Da man die Bodenpreise nicht kenne, spricht sich das Komitee zu keinem Standort aus. Aus mehreren Gründen würde es aber das Feuerwehrdepot im Schändrich sehen: Der Boden ist günstig zu kaufen und man kann Synergien mit dem Werkhof nutzen. Das Gebiet Schändrich ist keine Wohnlage, läge im Schatten, so Peter Meierhans, es wäre eine Chance, dort zu bauen, den eine Zerstreuung der Einrichtungen– die Technischen Betriebe auf der einen, der Werkhof auf der anderen und das Feuerwehrdepot derzeit mitten im Dorf – sei etwas ungünstig.

Die Gruppierung ist auch nicht dafür, dass man wertvolles Bauland, beispielsweise an der Wilerstrasse, und das Wisental für ein Depot opfere. «Mit dem Bauland kann man mit Wohnbauten mehr Wertschöpfung erzielen», so Hedi Mérillat, zudem sei der Aspekt, das Ortsbild nicht zu verschandeln, ein wesentliches Element.

«Die Vorlagen zu den Standorten sind zu rudimentär, das verfälscht das Bild», ist Theophil Pfister der Meinung. Er befürchtet, dass sich die Gemeinde mit dem derzeit laufenden offenen Mitwirkungsverfahren in Bedrängnis bringe. Wenn sich die Bevölkerung auf das derzeit favorisierte Wisental festlege, käme auf die Gemeinde nicht nur ein Ortsbildproblem zu, sondern auch ein finanzielles. Da bisher keine Verhandlungen geführt worden seien, könne der Grundeigentümer einen hohen oder gar zu hohen Preis verlangen. Oder der Boden sei am Ende gar nicht erhältlich, so Pfister.

Das Komitee sehe es nicht gerne, wenn die Behörde Schiffbruch erleide, so Dieter Lüdi. «Wir wollen saubere Fakten, saubere Zahlen und Herzblut», fügt er hinzu. Man habe mehrfach bei der Gemeinde nachgefragt und keine Antworten bekommen, bedauert die Gruppe.

Den Puls fühlen

Man dürfe den finanziellen Aspekt nicht in den Vordergrund rücken, sagt Werner Muchenberger auf Anfrage der Wiler Zeitung. «Es geht um Wertschöpfung im Sicherheitsbereich und um einen idealen Standort für die Feuerwehr.» Mit dem öffentlichen Mitwirkungsverfahren wolle die Behörde den Puls der Bevölkerung fühlen. Muchenberger gibt zu, dass man mit den Grundeigentümern noch nicht über die Preise verhandelt habe, man habe die Grundstücke nach ihrem ungefähren Wert eingeschätzt. Die Gemeinde habe sich entschieden, diesen Weg zu gehen, und warte nun den 30. November ab. Bis dahin habe die Bevölkerung Zeit, ihre Anliegen und Vorschläge einzubringen.