«Fahrenheit 451» wird heisser

WIL. Der Sicherheitsverbund Region Wil reicht das Baugesuch für das neue Betriebsgebäude an der Bronschhoferstrasse ein. Die Kosten sind auf rund 21 Millionen Franken veranschlagt. Der Baukredit soll im nächsten März gesprochen werden.

Philipp Haag
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An der Bronschhoferstrasse in Wil ist ein knapp 100 Meter langes Feuerwehrdepot geplant. (Bild: Visualisierung: pd)

An der Bronschhoferstrasse in Wil ist ein knapp 100 Meter langes Feuerwehrdepot geplant. (Bild: Visualisierung: pd)

In jedem amerikanischen Feuerwehr-Film ist sie zu sehen, die Stange, an der die Feuerwehrleute spektakulär herunterrutschen. Eine solche Stange wird im neuen Betriebsgebäude des Sicherheitsverbunds Region Wil (SVRW) an der Bronschhoferstrasse eingebaut. «Aber nur zur Zierde», sagte Andreas Dobler, Geschäftsführer des SVRW, an einer Medienorientierung. Der SVRW reicht nun das Baugesuch für das neue Feuerwehrdepot ein.

Feuerwehr und Polizei

Notwendig ist der Neubau, weil die räumlichen Kapazitätsgrenzen am derzeitigen Standort in der Liegenschaft Turm erreicht sind. Ein weiterer Grund: Auch die Polizei zieht an die Bronschhoferstrasse. Die Blaulicht-Organisationen werden somit am gleichen Standort untergebracht. Während die Polizei das um- und ausgebaute Swisscom-Gebäude direkt an der Verbindungsstrasse zwischen Wil und Bronschhofen bezieht, quartieren sich die Feuerwehr und der Zivilschutz sowie der Samariterverein zur Miete im dahinterliegenden Neubau ein. Der 97 Meter lange, 20 Meter breite und zehn Meter hohe Bau wird in einer Glas-/Stahlkonstruktion erstellt. Das Herzstück des Gebäudes bildet die Halle mit 19 über verglaste Falltore sich zur Bronschhoferstrasse hin öffnenden Einstellplätzen für die 20 Fahrzeuge. Im Zwischen- und Obergeschoss sind der Empfang und Büros der SVRW-Geschäftsstelle, Sitzungszimmer und Lager untergebracht. Das Untergeschoss bilden Technik- und Lagerräume sowie nochmals eine Einstellhalle. Durch Optimierungen konnte das Gebäude im Vergleich zu dem nach Abschluss des Projektwettbewerbs im Juni vergangenen Jahres präsentierten Projekt um vier Meter verkürzt werden, womit das Volumen um 800 Kubikmeter reduziert wurde, wie Maja Hodel, für das Projekt «Fahrenheit 451» verantwortliche Architektin von Manetsch Meyer Architekten AG, sagte. «Damit fügt sich das Gebäude noch besser in die Umgebung ein», sagte Stadtrat Daniel Meili, Verwaltungsratspräsident des SVRW.

Photovoltaikanlage auf Dach

Auf dem Dach ist auf einer Fläche von 800 Quadratmetern eine Photovoltaikanlage geplant. «Mit der Photovoltaikanlage kann der Strombedarf für die Haustechnik sowie die Beleuchtung gedeckt werden», sagte Meili. Zum Wohnquartier hin wird das Areal mit einer kleinen Mauer eingefasst, kombiniert mit einer Art Hecke, die besonders für die auf das Gebäude gerichtete Beleuchtung als Sichtschutz dienen soll. Die Verkehrsführung auf die Bronschhoferstrasse muss noch definitiv mit dem Kanton abgesprochen werden, doch soll die Einfahrt der Einsatzfahrzeuge über die nördliche Seite erfolgen. Um das neue Depot bauen zu können, muss ein Teil des Holunderwegs verlegt werden. Für die Schrebergärten, die versetzt werden müssen, seien Ersatzplätze vorhanden, sagte Meili.

Feuerwehrkommandant Dobler äussert sich zufrieden über das neue Betriebsgebäude. Er erachtet es als optimale Lösung. «Das Depot wird der Aufgabe der Feuerwehr gerecht», sagte er. Nun muss noch die Innengestaltung ausgearbeitet werden. Ebenfalls gesprochen werden muss noch der Baukredit. Dieser soll den Delegierten im kommenden März vorgelegt werden. Meili geht gegenwärtig von Kosten von 21,5 Millionen Franken aus, inklusive dem im September 2013 gesprochenen Projektierungskredit von 1,45 Millionen Franken sowie dem Landerwerb. Der SVRW finanziert das Neubauprojekt selber. Laut Meili soll der Pro-Kopf-Feuerwehrbeitrag in den Verbundsgemeinden im nächsten Jahr nicht erhöht werden. Im Jahr 2016 kann es aber zu Anpassungen kommen. Gemäss Fahrplan soll im nächsten April mit den Bauarbeiten begonnen werden. Der Bezug ist auf den Dezember 2016 geplant.

Architektin Maja Hodel unterhält sich mit Stadtrat Daniel Meili und Feuerwehrkommandant Andreas Dobler über «Fahrenheit 451». (Bild: Philipp Haag)

Architektin Maja Hodel unterhält sich mit Stadtrat Daniel Meili und Feuerwehrkommandant Andreas Dobler über «Fahrenheit 451». (Bild: Philipp Haag)

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