«Fahrdienst verdient grosses Lob»

Das Gesicht zur Stimme (7) – Sie gelten als «stimmliche Visitenkarten». Wer aber kennt die guten Geister am anderen Ende der Telefonleitung? Die Wiler Zeitung besuchte Silvia Feurer von WilMobil.

Friedrich Kugler
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«Der sorgfältige Umgang mit der Umwelt und meine grosse Sympathie für den öffentlichen Verkehr kommen mir bei meiner Arbeit sehr entgegen», erklärt Silvia Feurer. Sie fühlt sich an ihrem Arbeitsplatz im Wiler Bahnhofgebäude am richtigen Ort. Die Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn im Alter zwischen 19 und 24 Jahren ist sich bei ihrer Tätigkeit sehr bewusst, was der öffentliche Verkehr leistet und welchen Nutzen er der Umwelt bringt. Dass sie den Arbeitsweg von Kirchberg nach Wil mit dem Bus zurücklegt, liegt auf der Hand.

Ein eingespieltes Team

Auch wenn die Zentrale von WilMobil über keinen Publikumsschalter verfügt, ist der Kontakt mit den Fahrgästen rege. Die per Telefon oder Mail eintreffenden Fragen drehen sich vor allem um Tarife, Fahrzeiten, Gruppenreisen, Extrafahrten und Verspätungen. Die Pünktlichkeit ist den Mitarbeitenden von WilMobil ein grosses Anliegen. Und doch lassen sich witterungs- oder verkehrsbedingte Verspätungen nie ausschliessen. «Die Fahrpläne in die Wiler Quartiere mit einem Viertelstundentakt sind sehr eng gestaltet. Bei Zugverspätungen können deshalb die Anschlüsse nicht immer abgewartet werden. Unsere Fahrgäste sehen dann manchmal nur ihr eigenes Problem und denken nicht daran, dass auf den Rundkursen andere Kunden auf ihren Bus warten», erklärt Silvia Feurer.

Zeit nehmen und zuhören

«Bei Kundenreklamationen ist es am Telefon wichtig, sich zuerst Zeit zu nehmen und zuzuhören. Manchmal muss man die Anrufenden zuerst etwas herunterholen. Dann lässt sich auch leichter eine Lösung finden», beschreibt die Kirchbergerin die weniger angenehme Seite ihres Jobs. Umso grösser ist jeweils die Freude, wenn WilMobil positive Rückmeldungen entgegennehmen darf. Zum Aufgabenbereich von Silvia Feurer gehört nämlich auch das Fundbüro. Während zwei Jahren war dieses in die SBB-Fundzentrale integriert. Seit einem Jahr führt WilMobil dieses wieder autonom. Über die in den Bussen liegengelassenen Gegenstände wird genau Buch geführt. «Wenn sich Kunden über schnell gefundene Gegenstände freuen, steht ihnen die Freude oft ins Gesicht geschrieben und es gibt manchmal kleine Aufmerksamkeiten», erzählt Silvia Feurer. In Erinnerung geblieben ist ihr auch eine Ordensfrau, welcher sie einen Fahrplan zugestellt hatte. Prompt flatterte als Dankeschön eine Ansichtskarte aus Luzern ins Haus.

Erfahrung mit Linienverkehr

Eine Schreibtischtäterin ist Silvia Feurer beileibe nicht. Es ist ihr ein grosses Anliegen, sowohl mit den Fahrgästen als auch mit den Fahrerinnen und Fahrern auf Augenhöhe verkehren zu können. Damit ihr dies gelingt, lässt sie sich seit fünf Jahren zwei- bis dreimal monatlich fix als Fahrerin eines Kleinbusses auf dem WilMobil-Netz einteilen. So weiss sie aus eigener Erfahrung, wo den Fahrgästen beziehungsweise dem Fahrdienstpersonal der Schuh drücken könnte.

Damit ist die Palette der Arbeitsbereiche von Silvia Feurer noch nicht erschöpft. Sie erstellt Rechnungen, behandelt Werkstattmeldungen, bewältigt den Papierkrieg für die Rückerstattung der Mineralölsteuer, die dem öffentlichen Verkehr zugestanden wird, und beschäftigt sich überdies mit den Werbe-Hängekartons in den Bussen. Bei letzteren ist sie von der Beratung über die Disposition bis zur Verrechnung verantwortlich.

Langeweile kommt im beruflichen Alltag der Kirchbergerin kaum auf. Der enge Kontakt zu allen Mitarbeitenden von WilMobil bedeutet ihr sehr viel. «Einblick in die engmaschige Planung der verschiedenen Linien und in die Dienstpläne der Mitarbeitenden zu haben, ist wirklich faszinierend. Und mit Überzeugung darf ich sagen, dass der tägliche Einsatz des Fahrdienstes bei jedem Wetter und hektischem Verkehr ein grosses Lob verdient. Die Belastung der Fahrerinnen und Fahrer wird von vielen Menschen unterschätzt», betont Silvia Feurer.