Expo stösst in Zuzwil kaum auf Interesse

Die SVP Ortspartei Zuzwil lud am Freitagabend zu einem öffentlichen Podium ins katholische Pfarreizentrum. Zur Expo 2027 referierten die beiden Kantonsräte Isabel Schorer und Bruno Dudli. Der Publikumsaufmarsch liess allerdings zu wünschen übrig.

Christoph Heer
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ZUZWIL. «Expedition27: Drei Landschaften, zwei Welten, ein Abenteuer». Das vielversprechende Siegerkonzept zur möglichen Landesausstellung im Jahr 2027 tönt auf den ersten Blick nicht schlecht. Doch was steckt dahinter? Und vor allem: Mit welchen Kosten wird gerechnet?

Sieben Zuschauer

Diese und weitere Fragen versuchten am Podium Bruno Dudli, SVP, und Isabel Schorer, FDP, zu erörtern. Moderiert wurde die knapp eineinhalbstündige Diskussion von Mario Schmitt, SVP. Das Thema sorgt für Zündstoff – aber nicht am Freitagabend. Es waren abzüglich der Organisatoren lediglich sieben Personen anwesend. In den Augen von Organisator Walter Kerschbaumer stellte dies aber kein Problem dar. Er sagte: «Es zählt nicht, wie viele Leute hier sind. Vielmehr gewichten wir, was uns die beiden Podiumsteilnehmer zu sagen haben.»

Am übernächsten Sonntag entscheidet das St. Galler und auch das Thurgauer Stimmvolk über einen Planungskredit in der Höhe von fünf Millionen Franken. Dieser würde genutzt, um zu prüfen ob das Siegerkonzept «Expedition27» durchführbar wäre. Bruno Dudli – er hat noch nie eine Expo besucht – konterte die Pro-Aussagen seitens Isabel Schorer mit den negativen Erfahrungen von der Expo 2002 in Biel, Murten, Neuenburg und Yverdon. «Vor Jahrzehnten waren solche Anlässe noch aktuell. Heutzutage, wo jeder viel mobiler ist und sich auf der ganzen Welt bewegt, sind solche Ausstellungen unnötig. Wir kaufen hier die Katze im Sack», sagte Dudli.

Skepsis im Publikum

Isabel Schorer hingegen – sie arbeitete während vier Wochen an der Expo.02 in Biel – würde eine Landesausstellung in der Ostschweiz viel bedeuten. «Ich habe ausschliesslich positive Erinnerungen an die damalige Expo. Ich hoffe, dass wir dieser Ostschweizer Expo zumindest eine reelle Chance geben. Man kann 2019 immer noch die Notbremse ziehen.»

Am meisten interessierten die Kosten und Risiken, die bei einer Expo entstehen. Man geht erfahrungsgemäss davon aus, dass es etwa 0,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen wird. Will heissen: Zwei Milliarden Franken dürfte das Projekt verschlingen. Die Hälfte der Kosten, bis maximal eine Milliarde, würde vom Bund übernommen. Doch soweit ist man noch nicht. Zuerst muss das Stimmvolk der Kantone Thurgau (3 Millionen), St. Gallen (5 Millionen) und Appenzell Ausserrhoden (800 000 Franken) den Planungskredit bewilligen. Die sieben Anwesenden äusserten sich grossmehrheitlich gegen den Kredit.