EXPANSION: Café bleibt erhalten

Das Café Eppenberger in Degersheim gibt es schon bald nicht mehr. Michel Keller aus Flawil übernimmt das Traditionshaus und eröffnet es im März als «Keller’s verwöhnt».

Michael Hug
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Michael Hug

redaktion@wilerzeitung.ch

Einen Fuss in Degersheim hat das Café Keller seit zwanzig Jahren. Mit ihrer Back- und Patisserie­filiale an der Hauptstrasse 59 trug das Flawiler Traditionsunternehmen zur Gewerbe- und Ladenvielfalt bei. Dem Laden ist seit Beginn auch ein kleines und beliebtes Bistro angehängt. Es hätte noch lange Zeit so weitergehen können, meint Michel Keller, Inhaber der dritten Generation bei der Café Keller AG, «es gibt keinen Grund, aus dem Lokal auszuziehen. Wir hätten in Miete da noch lange bleiben können.» Doch manchmal gebe es in einem Unternehmerleben Chancen, mit denen man nicht gerechnet hat.

Sich schrittweise pensionieren lassen

Eine solche Chance bot sich, als Michel Keller zu Ohren kam, dass Anita Hafner, Inhaberin des Café Eppenberger, das Café nach ihrer sich anbahnenden Pensionierung nicht mehr weiterführen möchte. «Ich hatte eigentlich beabsichtigt, mich im kommenden Sommer mit einer Übergabe oder einem Verkauf zu beschäftigen.» Doch das ist jetzt hinfällig. Keller und Hafner waren sich schnell ­einig. «Wir können unser Café hier in Degersheim erweitern», sagt Michel Keller, und Anita Hafner meint: «Und ich kann mich schrittweise pensionieren lassen.» Schrittweise, weil einfach so die Hände in den Schoss legen will und kann sie nicht: «Ich werde ja erst in zwei Jahren pensioniert.» Keller möchte die gelernte Confiseurin in die neue Dépendance integrieren: «Sie wird im Angestelltenverhältnis den Laden führen, Confiseriewaren produzieren und in Spitzenzeiten im Café mithelfen.» Und natürlich möchte Keller auch von Hafners Spezialitäten profitieren: «Die Eppenberger-Spezialitäten wird es weiter geben.»

Name «Eppenberger» verschwindet

Nur der Name verschwindet: «Das ‹Eppi› wird künftig ‹Keller’s verwöhnt› heissen.» Für den neuen Standort zieht der Laden ein paar Hausnummern näher ans Zentrum und wechselt die Strassenseite. «Im ‹Eppi› haben wir ein grösseres Café und dazu noch eine Sommerterrasse.» Ausserdem hat es mit Backstube und Kühlzelle eine Infrastruktur, die für Spezialitäten oder als Zwischenlager für Partyservice und Catering genutzt werden kann. Umstände, die Flexibilität und Expansion ermöglichen, so Keller, «doch erst mal ziehen wir um, eröffnen neu und schauen, wie es sich entwickelt». Zudem wird trotz der Weiterbeschäftigung der Confiseurin Anita Hafner und der bisherigen Filialleiterin eine zusätzliche Stelle geschaffen. Allerdings habe er eine neue Filialleiterin eingestellt, so Keller, die langjährige Ladenleiterin sei in Erwartung.

Mit dem Wechsel geht die Ära Eppenberger definitiv zu Ende. Anita Hafner und ihr Partner Rolf Stocker hatten das Café vor neun Jahren übernommen und mit dem angestammten Namen weitergeführt. Am 25. Februar, am Fasnachtssamstag, werden Hafner und Stocker die Türen ihres Café Eppenberger schliessen. Wieder öffnen und ihre Gäste und Kunden verwöhnen werden Keller’s einen Monat später nach der Frühlingsausstellung des Gewerbes vom 24./25. März 2017. «Wir werden im Café nicht viel ändern, der Laden wird etwas umgebaut und die Öffnungszeiten werden etwas ausgeweitet», sagt Keller. Laden und Café werden künftig werktags von halb sieben bis halb sieben geöffnet sein (ausser mittwochs) mit einer zweistündigen Mittagspause und vormittags am Wochenende. ­Angeboten wird auch künftig die ganze Bäckerei- und Patisserie-Palette, verspricht Michel Keller, sowie Anita Hafners Hochzeitstorten, Pralinées, «Eppli» und «Fuchsackerli».