EVP Wil zur Debatte um Weihnachtslieder an Schulen: «Eine Geburtstagsparty ohne Geburtstagskind ist Unsinn»

Die Ortspartei meldet sich mit einer Stellungnahme zur Debatte um die Weihnachtslieder.

Gianni Amstutz
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Sollen an Schulen weiterhin Weihnachtslieder mit christlichem Inhalt gesungen werden dürfen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Poltik. (Bild: Donato Caspari)

Sollen an Schulen weiterhin Weihnachtslieder mit christlichem Inhalt gesungen werden dürfen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Poltik. (Bild: Donato Caspari)

Am Wiler Mattschulhaus wurden Weihnachtslieder aus Rücksicht auf andere Kulturen aus dem Programm für das Adventssingen gestrichen (Ausgabe vom 27. November). Ein Bericht von «20 Minuten» sorgte national für Schlagzeilen. Vielerorts rief die Massnahme der Schulleitung für Unverständnis. So auch bei der Wiler EVP.

Sie zeigt ebenfalls wenig Verständnis für die Streichung von Liedern wie «Go tell it on the Mountain» und «S’grööschte Gschänk» für die Adventsfeier im Mattschulhaus. Die EVP sei erstaunt darüber, dass über Weihnachtslieder an der Schule diskutiert werden muss, heisst es im Communiqué der Partei. Und weiter: Das Weihnachtsfest sei in unserer Gesellschaft fest verankert und äusserst beliebt.

«Weihnachten wird zum Konsumfest degradiert»

Leider gerate der eigentliche Grund des Weihnachtsfests – die Geburt von Jesus Christus – mehr und mehr in den Hintergrund, kritisiert die Evangelische Volkspartei. «Eine Geburtstagsparty ohne Geburtstagskind ist Unsinn. Daher sollen Weihnachtslieder Bestandteil von Feiern und Besinnungen bleiben, auch in der Schule», sagt Roman Rutz, Stadtparlamentarier der EVP Wil. Dass in diesen Liedern auch der eigentliche Ursprung thematisiert werde, gehöre für die EVP selbstverständlich dazu.

Die Vertreter der EVP Wil befürchten, dass das Weihnachtsfest ansonsten zu einem reinen Konsumfest verkommt. Eine Tendenz, die ohnehin bereits feststellbar sei. Für Thierry Thurnheer, Präsident der EVP Wil, entspricht das auch nicht dem Zeitgeist. «Dass wir Weihnachten zum Konsumfest degradieren, passt nicht in die Zeit der Konsum- und Klimakritik», sagt er. Auch Thurnheer plädiert dafür, Weihnachtstraditionen beizubehalten: Weihnachtslieder in einer adäquaten Feier könnten auch von anders- und nichtgläubigen Schülerinnen und Schüler richtig eingeordnet werden.

«Die Schule sollte die Schülerinnen und Schüler über die religiösen Ursprünge vom Weihnachtsfest aufklären und nicht zur Mutation in ein reines Konsumfest beitragen.»

Die Schlagzeilen in den Medien haben nun bereits Auswirkungen gezeigt, die über die Stadtgrenzen Wils hinausgehen. An der Wintersession des Kantonsrats haben CVP und SVP das Thema aufgegriffen und verlangen von der Regierung, Stellung zu beziehen. In einer Motion fordern einige Kantonsräte zudem, dass das Volksschulgesetz mit einer Bestimmung ergänzt wird, damit die Schulträger bestärkt werden, namentlich die Weihnachtsfeiern als wichtiges christlich-kulturelles Erbe zu pflegen.