Euphorie und Misserfolg lagen nahe beieinander

UZWIL. Armin Benz hat Ereignisse um den vierten Aufstieg und die drei Jahre von 1987 bis 1990 des EHC Uzwil in der Nationalliga B in einer 100 Seiten umfassenden Broschüre zusammengetragen. Das reichbebilderte Werk gibt einen Einblick in eine sowohl sportlich als auch finanziell spannende Zeit des Traditionsvereins.

Philipp Stutz
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Armin Benz bei der Buchpremiere: Selbst dem «Blick» waren die Erfolge der Uzwiler eine Schlagzeile wert gewesen. (Bilder: Philipp Stutz)

Armin Benz bei der Buchpremiere: Selbst dem «Blick» waren die Erfolge der Uzwiler eine Schlagzeile wert gewesen. (Bilder: Philipp Stutz)

«Turbo McLaren schoss Uzwil in die Pole-Position», titelte der «Blick». Man schrieb den 8. November 1988. Die Untertoggenburger lagen nach 14 von 36 Runden an der Spitze der Rangliste der Nationalliga B. McLaren schoss bis dahin, unterstützt durch seinen kongenialen Sturmpartner Mark Taylor, über einen Drittel aller Tore. Trotz dem Rückfall auf den siebten Platz Ende Saison bildeten die beiden Nordamerikaner das stärkste – und teuerste – Ausländerduo bei den Uzwilern seit Bestehen des Clubs. Drei Saisons hielten sich die Uzwiler in der zweithöchsten Spielklasse.

Der Abstieg 1990 war bitter. Betrug doch der Schuldenberg über eine Million Franken. Gründe dafür lagen in der mangelhaften Ausgabendisziplin und in den gestiegenen finanziellen Anforderungen der Nationalliga B.

«Ein Kulturschock»

«Es war ein Kulturschock», erinnerte sich Don McLaren, auf seine Anfänge beim EHC Uzwil angesprochen. Der Kanadier, Mitglied der Eishockey-Olympiamannschaft und mit dieser in aller Welt unterwegs, musste sich im überschaubaren Untertoggenburg erst einmal zurechtfinden. «Doch die Stimmung hier hat mich von Anfang an begeistert», bekannte der 53-Jährige, der heute den Zweitligisten Bassersdorf trainiert. McLaren sprach von einem Uzwiler Geist – einem Spirit, der einmalig gewesen sei.

Rund 50 Interessierte hatten sich zur Buchpremiere im Bistro der Uzehalle eingefunden. Richard Ammann las Reminiszenzen aus dem Buch vor. «Der EHC hat grossen Einfluss auf meine Entwicklung ausgeübt», sagte er. Mit 17 Jahren habe er seine erste Saison in der Nationalliga B absolviert. Ammann, der unter anderem bei Genf/Servette spielte, hat seine Aktivkarriere in Uzwil abgeschlossen.

«Euphorie und Misserfolg lagen stets nahe beieinander», bilanzierte er. Auch Richard Stucki, ehemaliger Mitspieler, erwähnte das ständige Auf und Ab, das diese Zeit geprägt hatte. «Wichtig war, ein Team zu sein, und dies in guten wie schlechten Zeiten.» Urs Morgenthaler erinnerte sich an den Aufstieg, der hart erkämpft werden musste.

Konkurs abgewandt

Armin Benz hat in Zusammenarbeit mit Peter Jenni ein reich bebildertes Werk im A4-Format geschaffen. Neben Analysen enthält die Broschüre sowohl Matchergebnisse der Aufstiegssaison 1986/1987 als auch jene der drei NLB-Jahre.

Ausserdem werden die Bildung der EHC Uzwil Management AG und die Umgehung des Konkurses Anfang der Neunzigerjahre thematisiert.

Richard Ammann, als 17-Jähriger in die erste Mannschaft eingetreten, zitiert einige Passagen der Jubiläumsbroschüre.

Richard Ammann, als 17-Jähriger in die erste Mannschaft eingetreten, zitiert einige Passagen der Jubiläumsbroschüre.

Ehemalige EHC-Uzwil-Cracks unter sich: Niklaus Krüsi, Don McLaren, Richard Stucki und Massimo Diem (von rechts).

Ehemalige EHC-Uzwil-Cracks unter sich: Niklaus Krüsi, Don McLaren, Richard Stucki und Massimo Diem (von rechts).

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