Eschlikon setzt auf das Herz

Der Gemeinderat startete gestern eine Kampagne für «Freiwillig Tempo 30» in den Quartierstrassen. Die Autofahrer werden mit Tempo-30-Herzen aufgefordert, die Geschwindigkeit anzupassen.

Philipp Haag
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Für mehr Sicherheit: Gemeindeammann Robert Meyer (M.) und die beiden Vertreter der Arbeitsgruppe «Verkehrssicherheit», Alexander Kredt (l.) und Roger Moser, begutachten die erste «Freiwillig-Tempo-30»-Markierung auf der Sperrackerstrasse von Eschlikon. (Bild: Donato Caspari)

Für mehr Sicherheit: Gemeindeammann Robert Meyer (M.) und die beiden Vertreter der Arbeitsgruppe «Verkehrssicherheit», Alexander Kredt (l.) und Roger Moser, begutachten die erste «Freiwillig-Tempo-30»-Markierung auf der Sperrackerstrasse von Eschlikon. (Bild: Donato Caspari)

Eschlikon. Gross, rot und in Herzform prangt es auf der Sperrackerstrasse von Eschlikon, das erste Signet für die Kampagne «Freiwillig Tempo 30». Gestern morgen hatten es die Gemeindemitarbeiter aufgemalt, am Abend, als Gemeindeammann Robert Meyer und die beiden Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehrssicherheit, Alexander Kredt und Roger Moser, die Markierung präsentierten, war es bereits trocken. Mit dem Tempo-30-Herz werden die Autofahrer aufgefordert, auf der Quartierstrasse vom Gas zu gehen.

Die Verkehrs- und Schulwegsicherheit ist schon länger ein Thema in der Gemeinde. So reichte die grüne Partei vor ein paar Jahren eine Petition für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 ein. Der Gemeinderat ging damals aber nicht auf die Petition ein, liess in Absprache mit den Grünen aber Tempo-Messungen durchführen. «Es zeigte sich, dass der Grossteil der Eschlikerinnen und Eschliker vernünftig fährt», sagte Meyer, «aber mit Ausreissern noch oben.» An der Zukunftskonferenz von 2009 griffen die Einwohner das Thema wieder auf. Sie stuften die Verkehrssicherheit als wichtig ein.

«Wir wollen kein Verbot»

Darauf bildete sich eine Arbeitsgruppe. Deren Fazit nach zwei Jahren: «Wir wollen keine Verbote, sondern auf eine Verhaltensänderung hinarbeiten.» Weil es gemäss Meyer ausserdem wegen Vorgaben des Kantons nicht möglich ist, in allen Quartieren Tempo 30 einzuführen, und keine baulichen Massnahmen angebracht werden sollen, entschied sich die Arbeitsgruppe für eine Art Appell in Form des Tempo-30-Herzens. Die auf der Sperrackerstrasse aufgemalte Markierung ist auch ein Versuch. «Wir sind gespannt, wie die Autofahrer reagieren», sagte Moser. Die Einwohner sind aufgefordert, bei der Gemeinde einen Kommentar abzugeben. «Wir sind auf eine Resonanz der Bevölkerung angewiesen.» Möglich ist dies über die Homepage, wo das «Freiwillig-Tempo-30»-Herz ebenfalls prangt und mit einem Flyer verlinkt ist, auf dem Erklärungen zur Tempo-Reduktions-Kampagne abgegeben werden. Das Flugblatt wird auch in die Haushalte verteilt.

Denn das Signet auf der Sperrackerstrasse soll nicht das einzige bleiben. 20 bis 25 sollen in den nächsten Tagen und Wochen auf Gemeindestrassen von Eschlikon und Wallenwil aufgemalt werden. Als nächste sind die Quartierstrassen von der Sperrackerstrasse zum Dorfzentrum hin an der Reihe. «Wir möchten freiwillig Tempo 30 flächendeckend einführen», sagte Kredt. Ausserdem plant die Gemeinde eine Kleber-Aktion, indem solche mit dem Tempo-30-Herz beispielsweise für das Auto bezogen werden können. Auch Infoveranstaltungen sind vorgesehen. «Indem wir die Verkehrssicherheit immer wieder thematisieren, wollen wir die Leute sensibilisieren.» Eines ist ihm wichtig: Auch in einer Freiwillig-Tempo-30-Zone hat nicht der Fussgänger, sondern der Autofahrer auf der Strasse Vortritt.

Die grüne Strasse

Eine weitere Visualisierung findet sich bei den Schulen Mettlen und Blumenau. Weil die weissen Fussgängerstreifen nicht erlaubt sind, wurden die Schulhaus-Zonen auf der Strasse grün markiert.

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