Eschlikon senkt die Steuern

ESCHLIKON. Politische und Schulgemeinde Eschlikon präsentieren ihre Budgets für das kommende Jahr. Im Fokus steht die Infrastruktur. Der Steuerfuss der Schulgemeinde sinkt um zwei Prozentpunkte.

Olaf Kühne
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«In der Vergangenheit ist es oft sehr spät geworden», sagt Gemeindeammann Robert Meyer und meint damit die oft turbulenten Versammlungen insbesondere der Volksschulgemeinde. Tatsächlich zog sich deren letzte ausserordentliche Versammlung Ende September fast bis Mitternacht hin. Nicht, weil besonders viele Traktanden gelistet gewesen wären, sondern vielmehr wegen der nach wie vor umstrittenen Schulbauten.

Die Budgetversammlungen der Politischen und der Schulgemeinde Eschlikon werden deshalb an verschiedenen Abenden stattfinden. Am 27. November macht die Politische Gemeinde den Auftakt, eine Woche später lädt dann die Schulgemeinde ihre Stimmbürger in die Mehrzweckhalle Wallenwil.

Konstante Sozialhilfekosten

Mit lediglich drei Traktanden wartet die Politische Gemeinde Ende November auf. Dabei werden die Stimmbürger einzig über das Budget 2014 zu befinden haben. Dieses hat Finanzvorsteher Philipp Schwager mit einem unveränderten Steuerfuss erstellt. «Er beträgt seit 2006 fünfzig Prozent», sagt Schwager sichtlich stolz und verweist dabei auf die Nachbargemeinden Sirnach und Münchwilen, die künftig gezwungen sind, mehr Steuern einzutreiben.

Doch während dort die steigenden Sozialhilfekosten wesentliche Kostentreiber sind, bleibt dieser Budgetposten in Eschlikon recht konstant. «Das kann man nicht so einfach erklären», gesteht der Finanzvorsteher. «Die Sozialhilfe ist sehr schwer zu budgetieren. Ein, zwei extreme Fälle können die ganze Planung über den Haufen werfen.» Dass die Gemeinde in dieser Frage einfach Glück hatte, will Gemeindeammann Robert Meyer dann aber doch nicht gelten lassen: «Eschlikon hat sehr früh in die Schulsozialarbeit und in das Kinder- und Jugendnetz investiert. Das zahlt sich jetzt sicher auch aus.»

So wird die Politische Gemeinde Eschlikon ihren Stimmbürgern am 27. November die Genehmigung des Voranschlages beantragen – mit Aufwendungen von 13,4 Millionen Franken und einem Defizit von 248 000 Franken. 3,9 Millionen Franken will die Gemeinde investieren, vorwiegend in Strassensanierungen, die dritte Etappe des Glasfasernetzes und die Verbreiterung der Hörnlibrücke.

Schule senkt zwei Prozent

Während in der Politischen Gemeinde der Steuerfuss beibehalten werden soll, wird die Schulgemeinde an ihrer Versammlung vom 4. Dezember eine Steuerfusssenkung um zwei auf neu 100 Prozent beantragen.

Nachdem die Eschliker Stimmbürger zweimal in Folge bereits den Architekturwettbewerb für eine Schulraumplanung versenkt haben, werden in absehbarer Zeit kaum die Bagger auffahren. «Wir wollen nach wie vor investieren», sagt Schulpräsidentin Susanna Koller. «Aber wir haben mit 2,7 Millionen Franken ein relatives gutes Eigenkapitalpolster.» Und da ein neues Schulhaus, falls überhaupt, frühestens in fünf Jahren errichtet sein würde, sei nun eine Steuersenkung angezeigt, so Koller weiter.

Der Voranschlag der Volksschulgemeinde sieht Aufwendungen von 9,4 Millionen Franken mit einem Defizit von 404 000 Franken vor. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 410 000 Franken und beziehen sich im Wesentlichen auf das Wallenwiler Schulhaus Mettlen II. Eingeweiht wird der Neubau im kommenden Mai.

Fernwärme für die Schule

Nebst dem Budget wird an der Schulversammlung die Heizung der Schulgebäude ein Thema sein. Schulpräsidentin Koller will über den Stand der Verhandlungen mit dem Heizverbund Lindenacker informieren. Die von der Eschliker Schmid AG bereitgestellte Fernwärme soll künftig die Schulanlage Bächelacker sowie die Schulhäuser Blumenau und Bahnhofstrasse heizen. Der Baubeginn ist für nächstes Jahr vorgesehen, Wärme soll dann ab 2015 fliessen.

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