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ESCHLIKON: Die Themen werden komplexer

Der Gemeinderat will die Frage einer Einheitsgemeinde mit der Schulbehörde koordinieren. Es gehe noch nicht um eine Entscheidung, betont der Gemeindepräsident.

Sirnach hat sie, Münchwilen will sie nicht: die Einheitsgemeinde. Konkret zum Thema wird der Zusammenschluss der Politischen Gemeinde mit der Volksschulgemeinde in Eschlikon nun zwar noch nicht. In der Halbzeitbilanz seiner ersten Legislatur als Eschliker Gemeindepräsident macht Hans Mäder die Frage dennoch zum Thema. «Der Gemeinderat sucht einen Weg, um zusammen mit der Schulbehörde eine gemeinsame Position zur Frage einer Einheitsgemeinde zu erarbeiten», schreibt Hans Mäder in den Gemeindenachrichten.

Wie auch immer sich die Frage einer Einheitsgemeinde in Eschlikon dereinst stellen wird, mit einer gemeinsamen Position sind die beiden Behörden gut beraten. In Sirnach, seit drei Jahren nach wie vor die einzige Einheitsgemeinde im Kanton, herrschte im Vorfeld der Abstimmung die grosse Harmonie. Beide Behörden wollten den Zusammenschluss, von den Ortsparteien waren keine Einwände zu vernehmen, und Gemeinde- sowie Schulpräsident sassen und sitzen zusammen in der SVP-Fraktion des Kantonsrats. Eine Zweidrittelsmehrheit an der Urne war des Resultat. Umgekehrt war das Abstimmungsergebnis in Münchwilen im vergangenen Mai, wo im Vorfeld des Urnengangs der Gemeinderat die Ja-, und die Schulbehörde die Nein-Parole gefasst hatten. Allerdings waren die Ausgangslagen in beiden Gemeinden unterschiedlich: In Sirnach kam der Anstoss aus den Behörden, während in Münchwilen die Gemeindeversammlung den Auftrag erteilt hatte.

Zusammenarbeit ist bereits intensiv

Nun also Eschlikon. Die Frage, ob aktuell Handlungsbedarf bestehe, stelle sich nicht, sagt Gemeindepräsident Mäder auf Anfrage unserer Zeitung. «Die Aufgabe einer politischen Behörde ist es, in die Zukunft zu schauen», sagt er. «Unsere Frage muss deshalb lauten: Was ist in zehn Jahren?»

So oder so bestehe bereits heute in vielen Bereichen eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde. «Tagesstrukturen für Kinder und Jugendliche anzubieten ist beispielsweise Aufgabe der Politischen Gemeinde», sagt Mäder. «Ebenso, überhaupt eine Jugendpolitik zu machen.» Beides sei ohne Koordination mit der Schulgemeinde nicht möglich. Das Prädikat «ergebnisoffen» mag Mäder zwar nicht gerne hören, letztlich wolle man das Thema aber genau so in der zweiten Hälfte der Legislatur angehen. «Zahlreiche Themen werden komplexer», sagt Mäder. «Beispielsweise im Bauwesen oder in den Sozialen Diensten.» So hätten in immer mehr Sektoren die Fachämter den Lead, die Position der Politischen Gemeinde spiele eine geringere Rolle.

Der Eschliker Gemeinderat will deshalb diese Entwicklung in der zweiten Legislaturhälfte thematisieren. «Wenn wir uns nicht verändern, werden wir verändert», ist Mäder überzeugt. «Wir müssen uns aktiv dieser Frage annehmen, weil die zunehmende Zentralisierung immer weniger Bürgernähe zulässt.» Denkbar seien sogenannte Zweckverbände, wie sie mancherorts bereits bei der Feuerwehr oder der Abwasserreinigung bestehen. Mäder betont indes, dass es nicht darum gehe, bereits konkrete Beschlüsse zu fassen oder gar etwas an die Urne oder die Gemeindeversammlung zu bringen. «Wir wollen bis zum Ende der Legislatur eine saubere Auslegeordnung machen», sagt der Eschliker Gemeindepräsident.

Anlässe stärkten Zusammenhalt

Hans Mäder war vor zweieinhalb Jahren mit einer politischen Vergangenheit im Wiler Stadtparlament aus der Privatwirtschaft in sein Amt gestartet. Zur Legislaturmitte fällt seine Bilanz positiv aus. «Beurteilen müssen mich zwar die Bürger», sagt er, «aber ich mache meinen Job sehr gerne. Er ist spannend und abwechslungsreich.» Besonders hebt er dabei die zahlreichen Anlässe im Rahmen des 20-Jahr-Jubiläums der Politischen Gemeinde hervor. «Es gab im Vorfeld durchaus kritische Stimmen, weil wir dieses Jubiläum so intensiv feiern», blickt Mäder zurück. «Ich bin aber überzeugt, dass wir mit den unterschiedlichen Anlässen eine breite Bevölkerung ansprechen und so den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken konnten.»

Olaf Kühne

olaf.kuehne@thurgauerzeitung.ch

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