Eschlikon: Das Herz fährt mit

Nicht rot, sondern mintgrün prangen die Freiwillig-Tempo-30-Markierungen auf den Strassen der Gemeinde. Die Behörde erhielt wenige Reaktionen auf die Kampagne. Mitte Jahr überprüft der Gemeinderat die Wirkung.

Philipp Haag
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ESCHLIKON. Mintgrün mit weissem Inneren sind die Herzen auf den Strassen von Eschlikon aufgemalt. Darunter steht in grossen weissen Lettern «Freiwillig». Mit der Markierung animiert der Eschliker Gemeinderat die Autofahrer, auf Tempo-50-Strassen den Fuss vom Gas zu nehmen. Das Herz mit der eingefügten 30 ist Bestandteil einer Kampagne, welche der Gemeinderat vor über einem Jahr initiiert hatte: Freiwillig Tempo 30 auf Quartierstrassen. Damals war das geschwungene Herz allerdings in Rot gehalten. Auch der Hinweis «Freiwillig» kam nicht vor. Gestartet worden war der Versuch auf der Sperrackerstrasse. Zum Leidwesen des Gemeinderates blieb es dann aber vorerst beim Versuch.

Kanton wollte andere Farbe

Der Kanton intervenierte. Er befürchtete, wegen der roten Farbe könnten die Autofahrer den Hinweis als offizielle Signalisation verstehen. Gegen die Kampagne an sich hatte der Kanton gemäss Gemeindeammann Robert Meyer nichts einzuwenden. Er verlangte aber von Eschlikon, die Herzen mit einer anderen Farbe und einem gut sichtbaren Schriftzug «Freiwillig» zu versehen. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin für mintgrün, weil es mit der grünen Farbe, welche die Autofahrer bei den Schulhäusern in Eschlikon und Wallenwil zum Anpassen der Geschwindigkeit bewegen soll, korrespondiert.

Seit letztem Herbst sind nun am Lindenweg, an der Bruggweierstrasse, am Zelgliweg, an der Nordstrasse und an der Herdernstrasse in Eschlikon sowie an den drei Einfallstrassen in Wallenwil die grün-weissen Herzen aufgemalt. Die Reaktion der Bevölkerung viel verhalten aus. Vereinzelt sei ein Lob geäussert worden, sagt Meyer. Negative Aussagen habe es aber keine gegeben. Positive Feedbacks kamen dafür aus anderen Gemeinden und Dörfern, auch aus der Region. Es gab sogar Anfragen, ob das Kampagnen-Konzept übernommen werden dürfe. Dass die Aktion auf weitere Strassen ausgedehnt wird, dies steht noch nicht fest. Geplant sei es nicht, sagt Meyer. Einen definitiven Entscheid möchte der Gemeindeammann aber erst nach Geschwindigkeitsmessungen von Mitte Jahr treffen. Im Frühling/Frühsommer stellt die Behörde auf den Freiwillig-Tempo-30-Strassen einen Speedy auf. Einerseits, um mittels des Speedy-Gesichtes, glücklich oder traurig, auf die Kampagne hinzuweisen, andererseits, um zu überprüfen, «ob auf den Strassen vernünftig gefahren wird», wie Meyer sich ausdrückt. Stellt sich heraus, dass die Markierung keine Wirkung zeigt, dann wird der Gemeinderat diskutieren, ob sich andere Massnahmen aufdrängen, beispielsweise Tempo 30 als Vorschrift.

Nicht Verbot, sondern Appell

Dies widerstrebt dem Gemeinderat aber. Denn die Freiwillig-Tempo-30-Kampagne, welche von der aus der Zukunftskonferenz hervorgegangenen Arbeitsgruppe «Verkehrssicherheit» erarbeitet wurde, lancierte die Behörde, weil sie nicht mit Verboten arbeiten wollte, sondern mit einem Appell. Und dies möchte Meyer eigentlich so beibehalten.

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