Es lebe der Sport

Uzwil gilt als sportliche Hochburg. Die Infrastruktur der Gemeinde lässt sich denn auch sehen: Turnhallen, Kunsteisbahn, Fussballplätze, Leichtathletikanlage, Schwimmbad. Dass dies mit beträchtlichem finanziellem Aufwand verbunden ist, veranschaulicht ein Blick ins Budget 2015 der Gemeinde.

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Uzwil gilt als sportliche Hochburg. Die Infrastruktur der Gemeinde lässt sich denn auch sehen: Turnhallen, Kunsteisbahn, Fussballplätze, Leichtathletikanlage, Schwimmbad. Dass dies mit beträchtlichem finanziellem Aufwand verbunden ist, veranschaulicht ein Blick ins Budget 2015 der Gemeinde.

Die Exekutive lockert die Sparschraube und will in den nächsten Jahren kräftig investieren. Dies im Gegensatz zu vergangenen Dezennien, als Schmalhans Küchenmeister war und den Gemeindehaushalt geprägt hat. Nicht ohne Grund. Musste doch ein beträchtlicher Schuldenberg abgetragen werden. Das ist nicht nur durch rigoroses Sparen, sondern auch dank hohem Steuerfuss gelungen. Und gibt nun endlich Handlungsspielraum zurück, wie der Gemeinderat schreibt.

So ist unter dem Stichwort «Rüti plus» in der Sportanlage Henau ein kostspieliger Ausbau geplant. Doch soll, wie die Exekutive versichert, viel Kapital mit der Verlegung des Sportplatzes vom Looäcker in die Rüti beziehungsweise mit dem Verkauf von Land wieder an die Gemeinde zurückfliessen. Ein kompliziertes Prozedere, wie Fritz Studli bei der Lektüre des Geschäftsberichts unschwer feststellt. Nach dem Bau des sündhaft teuren Garderobengebäudes stehen also weitere Investitionen in der Rüti bevor. Unter anderem soll im Projekt, über das Stimmbürger im nächsten Frühjahr befinden werden, ein Kunstrasen Platz finden. Vor allem dieses Ansinnen bleibt für Studli mit einem schalen Nachgeschmack verbunden. Hat doch schon das jetzige künstliche Grün auf der Rüti für rote Köpfe gesorgt.

Erst vor neun Jahren für 1,8 Millionen Franken erstellt, muss der Belag bereits wieder ersetzt werden. Was Kosten von nicht weniger als 580 000 Franken nach sich ziehen wird, die dem fakultativen Referendum unterstehen. Grund: Das Gummigranulat, oberste Schicht des Rasenteppichs, ist verklumpt – die Garantiefrist abgelaufen. «Für den Schaden kann niemand haftbar gemacht werden», hält der Gemeinderat lapidar fest. Am allerwenigsten Spieler. Oder hat etwa das widerliche Spucken, das auch in unteren Ligen üblich ist, der Unterlage zugesetzt?

Nichts gegen das Spiel mit dem runden Leder und noch weniger gegen Nachwuchsförderung, wie sie der FC Uzwil seit Jahren mit Erfolg betreibt. Der Verein ist stets seriös und bescheiden geblieben, hat nie mit finanziellen Eskapaden für negative Schlagzeilen gesorgt. Die kostspieligen Anlagen werden aber nicht alleine von Uzwilern, sondern auch von Einwohnern benachbarter Gemeinden mit tieferem Steuerfuss, aber bescheidener Infrastruktur gerne in Anspruch genommen. Die Frage einer Abgeltung solch zentralörtlicher Leistungen wurde noch nie ernsthaft erwogen. Grundsatzdiskussionen scheinen überflüssig. Getreu dem Motto «Es lebe der Sport – er ist gesund und macht uns hart», wie's der österreichische Chansonnier Rainhard Fendrich in seinem sarkastisch gefärbten Lied auf den Punkt gebracht hat.

Fritz Studli ist Journalist im Ruhestand und kommentiert in loser Folge das Lokalgeschehen.