«Es ist schön, einen Schlussstrich ziehen zu können»

Das Geheimnis um den Inhalt seines Tresors ist nach über sechs Jahren gelüftet.

Miguel Lo Bartolo
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Yves Senn aus Rickenbach.

Yves Senn aus Rickenbach.

Bild: PD

Der wohl berühmteste Vorgarten-Tresor aus der Region wurde geknackt – halbwegs zumindest. Über sechs Jahre lang konnte man über den Inhalt nur mutmassen. Doch einer Sache war sich der Besitzer Yves Senn sicher: Was auch immer da drin ist, müsse so um die zwei Tonnen wiegen. Mittels Rohrkamera durchstöberte ein Expertenteam am Mittwochnachmittag das Innenleben des Metallcontainers. Der Fund sorgte bei Senn allerdings für wenig Euphorie.

Das Wichtigste vorweg: Was ist im Tresor drin?

Yves Senn: Der Tresor ist laut Experten zu 100 Prozent leer. Wir steckten eine Rohrkamera durch ein kleines Loch im Tresor und konnten so den Inhalt prüfen. Ich dachte anfangs zwar, es könnte noch ein Gerüst drin sein, der Inhalt entsprechend versteckt. Aber darüber bin ich jetzt hinweg.

Man ging doch aber davon aus, dass der Inhalt des Tresors zwei Tonnen beträgt. Wie erklären Sie sich also dieses Vakuum?

Nun ja, dazu muss man sagen, dass mir der Verkäufer das Leergewicht von drei Tonnen bloss mündlich bestätigt hatte. Die Transportfirma wies mich darauf hin, dass der Tresor samt Inhalt fünf Tonnen wiegt. Deswegen kam ich auf die zwei Tonnen Inhalt.

Wie fühlen Sie sich jetzt, da sich der Inhalt des Tresors offenbart hat?

Ich habe gemischte Gefühle, um ganz ehrlich zu sein. Einerseits bin ich erleichtert, nun endlich Gewissheit zu haben. Es ist schön zu wissen, dass ich jetzt einen Schlussstrich ziehen kann. Es hat viel Zeit und Energie gekostet, mich mit diesem Ding zu beschäftigen. Andererseits bin ich auch enttäuscht. Immerhin besitze ich diesen Tresor nun schon seit sechs Jahren. Während dieser Zeit gingen mir allerlei Mutmassungen über den Inhalt durch den Kopf.

Warum haben Sie sich mit dem Öffnen des Tresors so viel Zeit gelassen?

Es sind zwar immer wieder Angebote von Leuten eingegangen, die sich der Sache annehmen wollten. Allerdings war darunter kaum je etwas Konkretes. Darunter waren auch viele Laien. Hinzu kam, dass ich mir auch nicht immer einen ganzen Tag dafür Zeit nehmen wollte, an Ort zu sein und das Geschehen zu verfolgen. Das Prozedere ist nämlich sehr zeitaufwendig.

Wie haben Sie sich für die Angebote entschieden, die Sie angenommen haben?

Ich bin selbst nicht vom Fach. Deswegen fiel es mir schwer, die Tauglichkeit der verschiedenen Herangehensweisen abzuwägen. Jeder hatte seine Methoden. Und selbstverständlich hielt jeder die eigenen für die besten.

Wissen Sie schon, was Sie jetzt mit dem leeren Metallcontainer anfangen werden?

Ich habe schon zwei Firmen angefragt, ihn zu entsorgen. Derzeit warte ich noch auf die Offerten. Die Entsorgung ist nicht gerade kostengünstig, müssen Sie wissen.

Also legen Sie es nicht mehr drauf an, den Tresor gänzlich zu knacken?

Nein, irgendwann muss man es auch gut sein lassen können. Dieser Moment ist jetzt für mich gekommen. Ich gebe endgültig auf (lacht).