Es ist nie zu spät, Träume zu leben

Mit dem Stück «Altweiberfrühling» hat die Theatergruppe Henau eine Komödie mit unerwartetem Happy End auf die Bühne gebracht. Die Aufführung ist am nächsten Freitag und Samstag nochmals im Gemeindesaal zu erleben.

Kathrin Meier-Gross
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Tumult auf der Bühne: Martha hat dem Gemeindepräsidenten den Hühnermist angeworfen, den dieser in ihr Schaufenster gelegt hatte. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Tumult auf der Bühne: Martha hat dem Gemeindepräsidenten den Hühnermist angeworfen, den dieser in ihr Schaufenster gelegt hatte. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

UZWIL. Soll man sich eine Geschichte, die erfolgreich im Kino und Fernsehen gebracht wurde, nochmals auf der Bühne ansehen? – Unbedingt, lautet die Antwort beim «Altweiberfrühling». Wie sich die Darstellerinnen und Darsteller der Theatergruppe Henau in die Rollen hineingelebt haben, daran hätte auch Stephanie Glaser, welche die Hauptrolle in den «Herbstzeitlosen» gespielt hat, ihre wahre Freude gehabt.

Motivierende Regisseurin

Wer die Laienschauspieler anspornt, ihnen professionelle Tips gibt und zeigt, wie eine Rolle gespielt werden soll, ist Bettina Schneider Weder. Die Theaterpädagogin und Regisseurin hat Wert darauf gelegt, dass die älteren Persönlichkeiten in diesem Stück authentisch und natürlich dargestellt werden.

«Meine Mutter Ursula hat für ihre Rolle als Martha Schrauben in die Schuhe getan. Andere haben Bandagen angelegt, damit sie sich die Bewegungen und Körperhaltung von älteren Personen angewöhnten», erläuterte die Regisseurin. Die Rollen der Martha Jost (Ursula Schneider), Frieda Eggenschwyler (Anita Schöbi), Hanni Bieri (Ida Strübi), Lisi Bigler (Irène Rütsche) und deren Tochter Shirley (Tanja Fässler) sind den Damen auf den Leib geschneidert.

Die in Uzwil spielende Geschichte handelt von Martha, die nach dem Tode ihres Gatten den Lebensmut verloren hat. Von ihren Freundinnen wird sie motiviert, ein Geschäft mit selbst genähten Dessous aufzubauen. Sohnemann und Pfarrer Walter (Marco Scalisi) ist empört. Genauso Gemeindepräsident Fritz Bieri (Bruno Gasser). Aber alle Störaktionen der bünzligen Männer können den Erfolg von Marthas «Petit Paris»-Dessous nicht aufhalten.

Gewitzte «Seniorinnen»

Schliesslich hat Frieda im Altersheim einen Internetkurs absolviert und das weltweite Netz bringt Bestellungen sogar aus Indien. «Nimm dein Leben in die Hand und lebe deinen Traum» – für die vier köstlich gewitzt spielenden «Seniorinnen» stimmt die Aussage. Eine Herausforderung war das Bühnenbild. Mittels verschiebbarer Wand kann der Umbau vom Dessous-Laden zum Dorfplatz und zurück sichtbar und schnell vollzogen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Lichtwechsel. «Werner Gähwiler beleuchtet uns perfekt», betonte Bettina Schneider Weder. Sie steht übrigens ebenfalls auf der Bühne. Ihr komödiantisches Talent kommt in der Rolle der leicht duseligen Putzfrau wunderbar zum Tragen.