«Es ist ein fulminantes Ende»

Seit zwei Jahren beleben lokale Kunstschaffende das ehemalige Radio- und TV-Fachgeschäft von Heidi und Walter Salis. Nun geht die «Galerie Salis»-Ära zu Ende. Die letzte Ausstellung gehört dem Flawiler Patrik Muchenberger.

Donat Beerli
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Die Galeristen Walter und Heidi Salis mit Künstler Patrik Muchenberger vor einer seiner Gemälde-Serien. (Bild: Donat Beerli)

Die Galeristen Walter und Heidi Salis mit Künstler Patrik Muchenberger vor einer seiner Gemälde-Serien. (Bild: Donat Beerli)

FLAWIL. Die Wehmut in den Worten von Heidi und Walter Salis ist spürbar, wenn sie über vergangene Ausstellungen sprechen. Doch nicht nur. «Wir sind froh, dass wir einem jungen Flawiler Künstler nochmals eine Plattform bieten können.» Nur noch wenige Tage dauert es, bis Patrik Muchenberger seine Bilderausstellung in den ehemaligen Räumen des Fachgeschäfts für Radio und TV eröffnet. Die Vorbereitungsarbeiten sind beinahe fertig, farbenfrohe Öl- und Acrylgemälde in verschiedensten Variationen zieren Wände und Fenster der Galerie Salis.

Wohnung anstatt Laden

Die Galeristen sitzen im Eingangsbereich ihres alten Geschäfts, trinken Kaffee und lassen sich von Muchenberger in sein Schaffen einführen. Die Beziehung zu den Kunstschaffenden war den Salis immer sehr wichtig. «Es ist hochspannend, etwas über die Künstler, deren Werke und was dahintersteckt, zu erfahren», sagt Heidi Salis. Damit ist nun Schluss. Anfang Februar wird das ehemalige Geschäftslokal in eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung umgebaut.

Gerade genug Zeit für eine letzte Ausstellung. «Ich hatte Glück», sagt Patrik Muchenberger. Der Flawiler war im Herbst von einem einjährigen Aufenthalt in Brasilien zurückgekommen und lief per Zufall an den Schaufenstern der Salis vorbei. Muchenberger überlegte nicht lange und rief an. Die Salis waren sofort begeistert – und sind es immer noch. «Es ist ein fulminantes Ende» sagt Heidi Salis. Sie möge diesen grellen, farbenfrohen Stil von Muchenberger. Und seine spürbare Leidenschaft für die Malerei. «Die Bilder vermitteln Freude, regen aber gleichzeitig zum Nachdenken an.» Genau das will der Künstler erreichen. Gesellschaftliche und soziopolitische Themen wechseln sich auf seinen Bildern mit Märchensujets ab. Die Inspiration schöpft der Sohn des ehemaligen Gemeindepräsidenten vor allem aus seinen Reisen. «Ich liebe es, meinen Horizont zu erweitern», sagt Muchenberger.

Keine Nachfrage für Laden

2008 hatten sich die Salis nach 35jähriger Tätigkeit in ihrem eigenen Radio- und TV-Geschäft in den Ruhestand verabschiedet. Das Geschäft wurde zwischenzeitlich vermietet, jedoch fehlte es bald an Umsatz und so stand der Laden schneller wieder leer, als es die Salis gern gehabt hätten. Neue Mieter liessen sich in der Folge nicht mehr finden, und so waren die ehemaligen «Salis Expert»-Besitzer froh, dass der Holzkünstler Roman Wirth 2013 mit seinen Holzskulpturen den Startschuss in die Galerie-Ära setzte. «Endlich herrschte wieder Leben in den Räumen», sagt Walter Salis.

Nun verschwindet dieses Leben und damit eine Möglichkeit für lokale Künstler, auf ihr Schaffen aufmerksam zu machen.

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