So fällt Pflanzen das Grünen und Blühen schwer: Unüblich hohe Temperaturen und zu wenig Regen im April 

Auch der April endete mit einem Defizit an Niederschlägen. Dabei wären die Natur und die Landwirtschaft gerade in der Vegetationszeit darauf angewiesen. Für einmal fehlte es aber nicht nur an Regen, sondern auch an Sonnenschein.

Christoph Frauenfelder
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Die Trockenheit scheint noch immer kein Ende nehmen zu wollen: Bereits der 14. Monat in Folge ist zu warm und zu trocken ausgefallen. Der April schloss mit seinem Temperaturdurchschnitt ein Grad höher als üblich (Mittelwert 1981-2010). Die Heizgradziffer lag bei 255 Grad.

Moderate Temperaturen in Mitteleuropa

Das Quecksilber bewegte sich im April zwischen -1 und 24 Grad. Sowohl Frost als auch beinahe Sommerwetter waren damit Realität im vierten Monat des Jahres. Nicht selten wurde in Spanien die 30-Grad-Marke überschritten. Und auch in Südskandinavien erreichte das Thermometer bis zu 25 Grad. Demgegenüber verliefen die Temperaturen in Mitteleuropa eher moderat.

Die Sonne blieb oft hinter den Wolken

Erstmals seit einem halben Jahr lieferte die monatliche Sonnenscheinsumme wieder einmal ein Defizit. Es fehlten am Ende des Monats noch 15 Prozent. Der Grund: Die Bewölkung lag überdurchschnittlich hoch. Aus diesem Grund wurden keine sehr tiefen Temperaturen mehr gemessen. Wolken vermindern die nächtliche Ausstrahlung und damit kalte Morgentemperaturen.

Auffallend lange Trockenzeit

Damit die Vegetation Kraftakte vollbringen kann, ist sie auf viel Wasser angewiesen - dieses bleibt jedoch aus. (Bild: Donato Caspari)

Damit die Vegetation Kraftakte vollbringen kann, ist sie auf viel Wasser angewiesen
- dieses bleibt jedoch aus. (Bild: Donato Caspari)

Weiterhin herrscht eine grosse Trockenheit. Der April lieferte nur die Hälfte der üblichen Menge an Niederschlag. Doch gerade jetzt, da die Vegetation Kraftakte vollbringt, um auszutreiben, zu blühen und zu grünen, müsste sie viel Wasser zur Verfügung haben. Stattdessen ist es schon seit mehr als einem Jahr deutlich, teils sogar massiv zu trocken. Trotzdem und wegen des Temperaturüberschusses im vergangenen April liegt die Vegetationsentwicklung derzeit zwei Wochen im Vorsprung.

Hinweis: Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.