«Es hat sich einiges verändert»

Der Wiler OL findet dieses Jahr zum 59. Mal statt. Nach 50 Durchführungen zog sich der einst als Veranstalter fungierende Unteroffiziersverein Wil (UOV) zurück und übergab die Verantwortung der OL Regio Wil.

Urs Nobel
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Das Kartenmaterial hat sich in den vergangenen Jahren massiv zugunsten der OL-Läufer verändert. (Bild: Urs Nobel)

Das Kartenmaterial hat sich in den vergangenen Jahren massiv zugunsten der OL-Läufer verändert. (Bild: Urs Nobel)

OL. Wenn am nächsten Sonntag zum 59. Wiler OL gestartet wird, kann sich wahrscheinlich nur noch einer der Teilnehmer so richtig erinnern, wie es 1957 war. Der heutige Vereinspräsident der OL Regio Wil, Ernst Baumann, gehörte nämlich damals dem UOV an, half in der Organisation mit und beteiligte sich auch als Läufer.

Kartenmaterial wurde besser

Männer der ersten Stunde waren auch Heinz Baumgartner und Erwin Freitag. Sie erinnern sich noch gut an frühere Zeiten und finden drei wesentliche Aspekte, die heute komplett anders sind. «Früher existierte lediglich eine 25 000er-Karte, die wir jeweils zur Verfügung gestellt bekamen. Im Verlaufe der Zeit lief man mit 15 000er-Karten, später sogar mit 10 000ern. In den heutigen Karten finden sich mehr Feinheiten und Details. Für den OL-Läufer ist die Postensuche somit um einiges einfacher geworden», erklärt Heinz Baumgartner.

«Heute wird in vielen Kategorien gestartet», weiss Erwin Freitag. «1957 hatten wir lediglich drei Kategorien, heute werden Sieger in 39 Kategorien erkoren. Persönlich finde ich das nicht gut. Diese Änderung wurde jedoch auf Wunsch der Teilnehmer vorgenommen.»

Sportart des Vorunterrichts

Die Sportart Orientierungslauf war seinerzeit eine Disziplin aus dem Angebot des Vorunterrichts (heute vergleichbar mit J+S). Es handelte sich um ein Wahlfach für Jugendliche, um sich für die Rekrutenschule in Form zu bringen oder zu halten. «Wenn wir einen OL durchführten, schrieben wir jeweils die Turnvereine, die Pfader, die Jungwacht oder den EC und den FC Wil an, um sich anzumelden. Heute rekrutieren sich die Teilnehmer vorwiegend aus den verschiedenen OL-Vereinen. Die gab es damals noch nicht», sieht Baumgartner weitere Unterschiede.

Zielprotokoll war nötig

Als die Elektronik in der Zeitmessung eingeführt wurde, spannte der UOV mit der OL Regio Wil zusammen, um dann die Verantwortung komplett abzugeben. Erwin Freitag erinnert sich mit einem Schmunzeln an das jeweilige Chaos, mit dem er und seine Helfer-Crew vor allem am Ziel konfrontiert war. «Damals war es sogar notwendig, ein Zielprotokoll zu führen.»

Wiler OL gehört zu Wil

Sowohl Baumgartner als auch Freitag sehen den OL-Sport in der jetzigen Art als Spitzensport. Heute wäre es jedenfalls undenkbar, als zusätzliche Kategorie eine OL-Wanderung mit Grillgelegenheit anzubieten. «Aber das hat damals die Entwicklung der Sportart gefördert.» Die beiden Pensionäre sind der Überzeugung, dass der Wiler OL zu Wil gehört. Und sie denken dabei natürlich an die Wälder in der Umgebung. Dass in diesem Jahr der Wiler OL direkt in der Stadt durchgeführt wird, können sie jedoch befürworten. «Wenngleich wir für einen OL im Wald sind, können wir uns eher mit einem Stadt-OL anfreunden, als dass diese Traditionsveranstaltung auswärts stattfindet.»