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«Es ging plötzlich alles sehr schnell»: Fitnessplus wehrt sich gegen «Kassensturz»-Kritik

Der Mehrheitsaktionär der Fitnessplus Schweiz AG sieht sich zu Unrecht in der Kritik von «Kassensturz» und anderen Medien. Giusi Verre verteidigt sein Vorgehen beim Verkauf einzelner Clubs. Er räumt aber ein, die Kommunikation sei zum Teil nicht ideal gewesen.
Hans Suter
Die Fitnessbranche ist ein sehr dynamischer Markt. Im Bild das Trainingscenter Fitnessplus im Stelz bei Wil auf Kirchberger Gemeindegebiet. (Bild: Hans Suter)

Die Fitnessbranche ist ein sehr dynamischer Markt. Im Bild das Trainingscenter Fitnessplus im Stelz bei Wil auf Kirchberger Gemeindegebiet. (Bild: Hans Suter)

«Es kamen immer wieder Fitnessanbieter mit Kaufangeboten auf mich zu», sagt Giusi Verre, dem 85 Prozent der Fitnessplus Schweiz AG mit ihren einst 14 Clubs gehören. Dabei sei es aber immer nur um einzelne Standorte gegangen, was für ihn nicht in Frage gekommen sei. «Entweder alle Clubs oder keiner», habe seine Devise in der Vergangenheit gelautet. Dies deshalb, weil er gar keine Verkaufsabsichten gehegt habe. Im Gegenteil: Er habe damals an einem Konzept für ein weiteres Format gearbeitet.
Doch dann kam alles anders. Der Verlust eines geliebten Menschen habe ihn zum Nachdenken gebracht und grundlegende Fragen nach dem Sinn im Leben aufgeworfen. In genau diese Zeit sei einerseits eine Anfrage der Basefit AG gefallen, die in die Ostschweiz expandieren wollte. Anderseits sei er mit dem ehemaligen Inhaber des Fit Point Stelz bei Wil, Rolf-Peter Zehnder, in regelmässigem Kontakt gestanden. Zehnder sei der Vermieter der Räume für die Clubs im Stelz, in Winterthur, Gossau und St. Gallen gewesen und habe Interesse an seiner neuen Idee gezeigt.

«Die Fitnessplus Schweiz ist gut aufgestellt»

Giusi Verre, CEO Fitnessplus Schweiz AG: «In den 22 Jahren habe ich die Löhne immer pünktlich bezahlt.» (Bild: PD)

Giusi Verre, CEO Fitnessplus Schweiz AG: «In den 22 Jahren habe ich die Löhne immer pünktlich bezahlt.» (Bild: PD)

Rolf-Peter Zehnder habe sich dann entschieden, die Clubs Stelz bei Wil, Gossau und St. Gallen zu übernehmen. Das sei per 1. Mai dieses Jahres erfolgt. Allerdings habe er die Option gehabt, die Clubs in Gossau und St. Gallen innert einer vertraglichen Frist zurückzukaufen. Dies sei in Abhängigkeit zum Entscheid der Basefit gestanden, welche Standorte des Unternehmens übernehmen wollte. In St. Gallen habe er die Option zugunsten von Basefit eingelöst, in Gossau nicht, da Basefit, wie am Standort Wil, kein Interesse gehabt habe. Somit seien die Clubs Stelz bei Wil und Gossau definitiv im Besitz von Rolf-Peter Zehnder geblieben, während Basefit die Standorte St. Gallen, Rorschach, Dietikon, Wettingen und Uster übernommen habe und die restlichen sieben Clubs in der Fitnessplus Schweiz AG verblieben seien.
Die Aussage Zehnders gegenüber dieser Zeitung (Ausgabe vom 1. September 2018), seit Mai erhielten alle Mitarbeiter im Stelz pünktlich den Lohn, habe ihn irritiert. «In den 22 Jahren habe ich die Löhne immer pünktlich bezahlt», entgegnet Giusi Verre. Allerdings nicht am 25. des Monats, wie allgemein üblich, sondern jeweils am 30./31. des Monats. Das habe mit dem Rapportwesen der Trainer zu tun und sei allen Mitarbeitenden klar gewesen. «Die Löhne wurden immer pünktlich bezahlt», betont er. Auch wenn nun etwas anderes suggeriert werde, dies sei schlicht falsch. Deshalb stört er sich daran, dass der Eindruck entsehen könnte, er habe die Clubs aus wirtschaftlichen Gründen verkauft. Das sei nicht der Fall, die Fitnessplus Schweiz AG sei gut aufgestellt.

Verre verneint Täuschungsabsicht

Die in der SRF-Konsumentensendung «Kassensturz» erhobenen Vorwürfe weist Verre ebenso zurück. Es sei zwar richtig, dass bis kurz vor dem Verkauf an Basefit noch Aboerneuerungen zu 990 Franken durchgeführt worden seien, obwohl das Abo bei Basefit nur 490 Franken betrage und weniger Leistungen anbiete. Eine Täuschungsabsicht habe aber nicht dahinter gestanden. «Es ging damals plötzlich alles sehr schnell», sagt Giusi Verre. Am 26. Juli habe die Vertragsunterzeichnung mit der Basefit AG mit Wirkung per 1. August stattgefunden und am 30.Juli seien die Teams darüber informiert worden. Der Brief an die Mitglieder sei aufgrund einer Panne etwas zu spät ausgelöst worden. Allerdings sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht definitiv festgestanden, ob der Deal tatsächlich wie vereinbart stattfinde. «Hätte bei einem der verkauften Clubs der Mietvertrag nicht wunschgemäss übertragen werden können, wäre das ganze Geschäft geplatzt», sagt Giusi Verre. In einem Interview mit dem «Kassensturz» sagte Verre, Kunden mit laufenden Verträgen erhielten die Preisdifferenz für abonnierte, von Basefit aber nicht mehr angebotene Leistungen wie Sauna zurück.

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