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Es gibt nichts zu verteilen

Die Jahresrechnung der Politischen Gemeinde Uzwil schliesst besser ab als budgetiert. Dennoch resultiert ein Fehlbetrag von über 5 Millionen Franken. Grund dafür ist ein Bilanzschnitt.
Philipp Stutz
Die Uzwiler Stimmberechtigten bewilligten vor fünf Jahren einen Kredit von 19,3 Millionen Franken für das neue Gemeindehaus. Die definitive Bauabrechnung liegt noch nicht vor. (Bild: Philipp Stutz)

Die Uzwiler Stimmberechtigten bewilligten vor fünf Jahren einen Kredit von 19,3 Millionen Franken für das neue Gemeindehaus. Die definitive Bauabrechnung liegt noch nicht vor. (Bild: Philipp Stutz)

«Es braucht den Perspektivenwechsel, um Gewohntes, Vertrautes mit anderen Augen zu sehen und neu zu entdecken», schreibt Gemeindepräsident Lucas Keel im Geschäftsbericht über das Jahr 2017. Gemeint ist damit unter anderem das Gemeindehaus am neuen Standort an der Lindenstrasse. Es soll die stolze Summe von 19,3 Millionen Franken kosten. Die Bauabrechnung liegt noch nicht vor. Doch werde das Vorhaben voraussichtlich innerhalb des bewilligten Kredits abschliessen, prophezeit der Gemeinderat.

Auch Peter Dotzauer hat die Perspektive gewechselt. Der Einsatz einer Drohne erlaubte ihm die Sicht von oben. Mit seinen Bildern hat der Henauer Fotograf das Dorf Uzwil senkrecht aus der Luft eingefangen. Die Aufnahmen illustrieren den Geschäftsbericht auf ebenso eindrückliche wie ungewohnte Art.

Bilanzschnitt erschwert die Übersicht

Der Gemeinderat hat einen Bilanzschnitt vorgenommen. Dieser erschwert die Übersicht, und durch das neue Rechnungsmodell, das ab kommendem Jahr angewendet wird, scheint das Finanzwesen für die Bürger noch intransparenter zu werden. Der Bilanzschnitt wurde vorgenommen, um das Eigenkapital zu reduzieren. Das führte zu höheren Abschreibungen. Das Eigenkapital reduzierte sich um 6,8 auf 13,4 Millionen Franken. Gemäss Festlegung des Gemeinderates sollte die Gemeinde über ein Eigenkapital von 10 Millionen Franken verfügen.

Wegen des Bilanzschnittes resultierte ein Defizit in der Jahresrechnung. Dank besserer Erträge fiel es aber weniger hoch aus als erwartet. Das Budget rechnete mit einem Defizit von 8,1 Millionen, das Rechnungsergebnis 2017 fällt nun 2,8 Millionen Franken besser aus. Bei einem Aufwand von 73,2 und einen Ertrag von 67,9 Millionen Franken resultiert ein Aufwandüberschuss von 5,3 Millionen Franken. Aufgrund des Fehlbetrages kann der Gemeinderat keinen Antrag auf Gewinnverwendung stellen. Denn trotz besserem Ergebnis gibt es schlicht nichts zu verteilen.

Ende 2017 betrug die Nettoschuld 9,4 Millionen Franken. Laut Gemeinderat wird die Verschuldung durch die anhaltend hohe Investitionstätigkeit ansteigen, aber «den vertretbaren und verträglichen Bereich nicht verlassen». Insgesamt soll die Verschuldung den Betrag von 30 Millionen Franken nicht übersteigen, lautet das finanzpolitische Credo des Gemeinderates.

Die Gemeinde Uzwil hat im vergangenen Jahr netto rund 13,6 Millionen Franken investiert. Zur Hauptposition des neuen Gemeindehauses kamen verschiedene Bauvorhaben wie die Sanierung des Schulhauses Neuhof, die Renovation des Kindergartens am Kindergartenweg, der Abschluss der Sanierung der Grubenstrasse oder der Beitrag an die Sanierung der Henauer Maillart-Brücke.

Höhere Ausgaben für fördernde Massnahmen

Bei der Sozialen Wohlfahrt hat die Gemeinde 962 000 Franken weniger ausgegeben als budgetiert. Den Hauptteil machte die finanzielle Sozialhilfe aus: Statt den budgetierten 2,5 Millionen wurden rund 1,96 Millionen Franken ausgegeben. Auch für das Projekt «Arbeit statt Sozialhilfe» wurden 100 000 Franken weniger benötigt. Dafür musste die Gemeinde im Bereich Pflege 247 000 Franken mehr aufwenden. Bei der stationären Pflege resultierte ein Mehraufwand von 189 000 Franken. Auch die Beiträge an die Spitex-Dienste erforderten einen Mehraufwand von 76 000 Franken.

Der Bereich Bildung schloss bei einem hohen Gesamtaufwand von 25 Millionen Franken mit einer Punktlandung ab. Hingegen wurde im Bereich Fördernde Massnahmen 112 000 Franken mehr ausgegeben als geplant. Es wurde mehr Legasthenie- und Diskalkulie-Unterricht erteilt, ebenso mehr Deutsch für Fremdsprachige. Das hatte bereits bei der Besprechung des Budgets an einer Parteiversammlung zu reden gegeben. Kritisiert wurde damals auch, dass die Löhne für die Schulleitungen erheblich höher als die Einsparungen beim durch die Schulleitungen entlasteten Schulrat sind.

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