«Es gibt bereits Interessenten»

Zwei Geschäfte veranlassten den Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil, eine ausserordentliche Bürgerversammlung am 24. November einzuberufen. Entschieden wird auch über die Erschliessung Brauereiwiese im Zentrum Bütschwils. Dies hat Einfluss auf die jährliche Viehschau.

Martina Signer
Merken
Drucken
Teilen
Die Brauereiwiese, auf der vor wenigen Wochen die Viehschau stattfand, soll möglichst bald via Bergstrasse (rechts) erschlossen werden. (Bilder: Martina Signer)

Die Brauereiwiese, auf der vor wenigen Wochen die Viehschau stattfand, soll möglichst bald via Bergstrasse (rechts) erschlossen werden. (Bilder: Martina Signer)

BÜTSCHWIL-GANTERSCHWIL. Eine Bauparzelle mitten im Dorf, und dennoch nicht direkt an der Hauptstrasse? Das soll es in Bütschwil bald geben. Der Gemeinderat unterbreitet den Bütschwiler Stimmbürgern am 24. November den Kredit zur Erschliessung der Brauereiwiese, die sich in der zweigeschossigen Wohnzone befindet. Vor Jahresfrist hatte die Bürgerschaft schon dem Erwerb dieses Grundstücks zugestimmt. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Dorfzentrum. Nun soll möglichst bald die Erschliessung erfolgen. «Es gibt bereits Interessenten für die Parzellen», sagt Gemeindepräsident Karl Brändle. Deshalb wolle man wenn möglich im Frühjahr, voraussichtlich im Februar/März 2016, mit der Erschliessung beginnen.

Auch weiterhin eine Viehschau

Auf der Brauereiwiese fand vor wenigen Wochen noch die traditionelle jährliche Viehschau statt. Schon im nächsten Jahr könnte dies – im Falle einer Zustimmung zur Erschliessung – nicht mehr der Fall sein. Brändle sagt: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass es die Viehschau auch im nächsten Jahr wieder gibt.» Noch sei nicht klar, wo sie stattfinden könnte. «Aber wir werden bestimmt einen Platz finden.» Und sei es direkt gegenüber der Brauereiwiese auf der anderen Seite der Bergstrasse. Definitiv sei noch nichts, Gespräche mit den Bauern habe man aber bereits geführt.

Für Rundstrasse entschieden

Die Erschliessung der Brauereiwiese erfolgt laut Gutachten über die Bergstrasse. Der Gemeinderat hat verschiedene Erschliessungsvarianten geprüft und sich für eine Rundstrasse entschieden, welche zweimal an die Bergstrasse anschliesst. Das Grundstück grenzt östlich, nördlich und westlich an bestehende Bauzonen. Südlich befindet sich die Bergstrasse. Somit könnte in diesem Teil des Dorfes eine Baulücke geschlossen werden, was dem neuen Raumplanungsgesetz entspricht, welches besagt, dass vermehrt nach innen verdichtet werden soll.

Die Parzellierung ist noch nicht definitiv festgelegt. Aus dem im Gutachten abgedruckten Plan geht aber hervor, dass rund 20 Bauparzellen geschaffen werden könnten. Ebenfalls wäre ein Unterflurbehälter geplant. Auf einem von zwei durch die Gemeinde erworbenen Grundstücken befindet sich derzeit eine Scheune mit Nebengebäude. Diese Gebäude werden im Rahmen der Erschliessung abgebrochen. Dafür ist ein Betrag von 65 000 Franken vorgesehen. Die Gesamtkosten, über welche die Bürgerschaft am 24. November abstimmt, belaufen sich auf rund 1,14 Millionen Franken. Mit rund 390 000 Franken schlagen die Kosten für den Strassenbau zu Buche. Die Kanalisation kostet 245 000 Franken. Das sind die beiden grössten Kostenpunkte. Für Unvorhergesehenes, Bewilligungen und Gebühren sind 88 000 Franken vorgesehen. Weitere Gelder der Gesamtkosten fliessen in die Wasserversorgung, die Elektroversorgung, die Telekommunikation, die Strassenbeleuchtung, die Quellleitung, die Vermessung und Honorare inklusive Nebenkosten.

Alternativer Fussweg

Eine Besonderheit ist die Fusswegverbindung von den neuen Parzellen zur Alten Strasse, weil die Verlängerung des Sunnewiesweges zu einer ungünstigen Parzelleneinteilung führen würde. Deshalb wurde eine alternative Wegführung gesucht. Diese würde zwischen dem Getränkedepot von Remy Bärlocher und den beiden darunter liegenden Parzellen, die bereits bebaut sind, Richtung Alte Strasse führen.

Karl Brändle Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil (Bild: pd)

Karl Brändle Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil (Bild: pd)