Es geht um die Zukunft der Kinder: Rickenbach und Wilen entscheiden über Zukunft des Jugendtreffs

An den Gemeindeversammlungen von Rickenbach und Wilen wird über die Fortführung des Jugendtreffs abgestimmt.

Gianni Amstutz
Drucken
Teilen
Ob gestalterisches Schaffen oder Monopoly spielen: Der Jugendtreff bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Ob gestalterisches Schaffen oder Monopoly spielen: Der Jugendtreff bietet zahlreiche Möglichkeiten.

Bild: Gianni Amstutz

In der ehemaligen Hauswartwohnung beim Sekundarschulzentrum Ägelsee in Wilen herrscht reger Betrieb. Wie immer am Mittwochnachmittag und Freitagabend, seit der Jugendtreff im November 2017 hier eröffnet wurde. Ein paar Mädchen spielen das Karaokespiel Singstar auf der Playstation, nebenan wird Monopoly gespielt und in einem weiteren Raum eine Partie Tischfussball.

Die zwei Sozialarbeiterinnen Noëlle Dudli und Milena Kuster helfen bei Fragen und sind Ansprechpersonen, doch bei der Gestaltung des Programms haben die Jugendlichen grosses Mitspracherecht.

Die Zahlen zeigen nach oben

Seit der Eröffnung des Jugendtreffs hat sich dieser stetig weiterentwickelt. So kam beispielsweise eine Bar hinzu, bei der die Jugendlichen zum Selbstkostenpreis Snacks und Getränke kaufen können.

Im oberen Stockwerk wurden die Wände gestrichen, im unteren zieren seit einiger Zeit Graffiti die Räume. Sowohl bei der Ideenfindung als auch bei der Umsetzung hatten dabei stets die Jugendlichen den Lead.

Auch zahlenmässig entwickelt sich der Jugendtreff in die richtige Richtung. 2019 besuchten im Durchschnitt 29 Jugendliche den Jugendtreff, was eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber 2018 ausmacht.

Milena Kuster betont aber, dass der Erfolg des Jugendtreffs nicht hauptsächlich von Zahlen abhängig sei, auch wenn das grosse Interesse natürlich ein schönes Zeichen sei.

«Wichtiger sind die Beziehungen, welche die Jugendlichen zu uns Sozialarbeiterinnen knüpfen.»

Auch deshalb sind Noëlle Dudli und Milena Kuster nicht nur im Jugendtreff aktiv, sondern beispielsweise auch bei Sportanlässen, dem Ferienspass oder am Weihnachtsmarkt.

Jährliche Kosten von 55000 Franken

Unvorstellbar, dass dieses Projekt bald ein Ende finden könnte. Und doch ist die Zukunft der Jugendarbeit in Rickenbach und Wilen derzeit offen. Noch bis zu den Sommerferien läuft der Pilotbetrieb.

Nun liegt es an den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern der beiden Gemeinden, ob aus der Jugendarbeit ein definitives Angebot wird. Wie der Botschaft der Gemeinde Rickenbach zu entnehmen ist, würden sich die jährlich wiederkehrenden Kosten auf 55'000 Franken pro Gemeinde belaufen.

Milena Kuster blickt den Abstimmungen zuversichtlich entgegen. Schliesslich sei der Bedarf ausgewiesen, und die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchweg positiv.

«Aber letztlich liegt es in den Händen der Stimmbürger.» Deshalb sei es wichtig, dass diese auch an die Gemeindeversammlungen gingen und dort abstimmten. Ansonsten nütze der Rückhalt aus der Bevölkerung nichts.

«Es wäre sehr schade, wenn das Projekt nun enden würde», sagt Kuster. Einer der Jugendlichen am Nebentisch pflichtet ihr bei:

«Das fände ich wirklich blöd. Hier kann ich mich mit vielen meiner Kollegen treffen. Diese Möglichkeit hätte ich sonst nicht.»

Um den Stimmbürgern den Nutzen des Jugendtreffs näherzubringen, wird an den Gemeindeversammlungen ein Video gezeigt, in dem die Jugendlichen zu Wort kommen und sagen, was der Treff ihnen bedeutet.

Nebst den Sozialarbeiterinnen und den Jugendlichen empfehlen auch die beiden Gemeinderäte, die Jugendarbeit fortzuführen.