Es fehlt ein klares Verkehrskonzept

«Hohe Investitionen in die Strassen», Ausgabe vom 21. Februar

Peter Isenring, Oberbüren
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In Niederwil soll die Oberbürer-Niederwilerstrasse saniert werden. Gemäss der Verkehrserhebung vom November 2012 befahren durchschnittlich 2100 Fahrzeuge dieses Strassenstück, wobei hier aus mir unbekannten Gründen im Gutachten kein Schwerverkehr ausgewiesen wird. Hat es in Niederwil wirklich keinen Lastwagenverkehr, oder will man einfach diese Zahlen, vor dem Kiesabbau und den Deponien, nicht öffentlich machen? Ein Raser brachte es sogar fertig, mit 91 km/h beim Schulhaus vorbeizufahren. Der Gemeinderat ist jedoch bereits zufrieden, dass 85 Prozent (V85) der gemessenen Fahrer mit 49 km/h das Tempolimit von 50 km/h einhalten.

Warum wird in diesem Bereich, wo auch ein Schulhaus steht, nicht eine Tempo-30-Zone realisiert, wie das beim Herrenhofschulhaus in Niederuzwil gemacht wird? Dort wird sogar wegen dem Schulhaus ein Fussgängerstreifen markiert, was sonst nicht möglich ist. Wenn man schon keine Zonensignalisation will, sollte im Dorf Niederwil der Rechtsvortritt eingeführt werden. Im Bereich der Flawilerstrasse/Ergeten hat sich dieser Rechtsvortritt ja bereits bestens bewährt.

Gemäss der Verkehrsunfallstatistik 2016 der Kantonspolizei St. Gallen steht zum Thema Höchstgeschwindigkeit: Die Einrichtung von Zonen mit geschwindigkeitsreduzierenden Elementen, Rechtsvortritten und der Entfernung der Fussgängerstreifen zeigen ihre Wirkung. Es sind, verglichen mit der Anzahl sich in diesen Zonen bewegenden Fussgängern, viel weniger Personenunfälle als auf anderen Strassen zu verzeichnen. Mir fehlt einfach ein klares Verkehrskonzept. Warum muss der ganze Durchgangsverkehr im Dorf Niederwil überhaupt beim Schulhaus vorbeifahren? Die Bürgerinnen und Bürger können an der Bürgerversammlung selber entscheiden, ob sie wirklich die vorgeschlagene Strassensanierung wollen.

Peter Isenring, Oberbüren