«Es braucht kreative Lösungen für künftige Querdenker»: Das BZWU weiht die Lernlandschaft WiLab ein

Die neuste Errungenschaft des Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil heisst «WiLab». Eine Landschaft, kein Schulzimmer.

Christoph Heer
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Bildungschef Stefan Kölliker (links) und BZWU-Rektor Marco Frauchiger enthüllen den Namen «WiLab» der neuen Lernlandschaft des BZWU.

Bildungschef Stefan Kölliker (links) und BZWU-Rektor Marco Frauchiger enthüllen den Namen «WiLab» der neuen Lernlandschaft des BZWU.

Bild: Christoph Heer

Schluss mit den Schulzimmern in welchen 25 Stühle aufgestellt sind, vorne die Wandtafel und eine Lehrperson. Los geht es mit kompetenzorientiertem Lernen, angereichert mit digitalen Systemen in einem Raum, der unterteilt ist in unterschiedlichste Lernbereiche.

Wie das in Zukunft aussehen könnte, zeigte das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) am Montagabend anlässlich der Einweihung ihrer Lernlandschaft «WiLab». Dabei sollen der Spass und die Freude am Lernen im Mittelpunkt stehen, sagte Stefan Kölliker. «350 Quadratmeter Lernlandschaft, die mit viel Weitsicht errichtet worden sind. Ich bin gespannt auf die Erfahrungsberichte seitens Schüler und Lehrpersonen», so der Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartements Kanton St.Gallen. Gespannt warteten die Gäste auf die Enthüllung des Namens. 380 Vorschläge wurden abgegeben.

Kreativität und schnelle Lösungen für die zukünftige Ausbildung von Querdenkern

BZWU-Rektor Marco Frauchiger enthüllt die Namenstafel mit Hilfe von Stefan Kölliker. «WiLab» kommt zum Vorschein und ist eine Kombination aus den Ideen «WiLearn» von Jannik Brunschwiler (Platz 1) und den Plätzen zwei und drei. So freuten sich auch Alina Blum und Alexander Münch, dass zu den Siegern gehören. Alina Münch erklärt, dass mit dem Ausdruck Lab Lern-, Arbeits- und Begegnungsraum gemeint ist.

Doch fast wichtiger als der Name ist der Raum an sich. Rektor Marco Frauchiger blickt auf drei arbeitsintensive Jahre zurück. «Seit 2017 waren wir daran, dieses Angebot für ein neues Lehren und Lernen zu entwickeln. Das Bildungssystem entwickelt sich unaufhaltbar weiter, da braucht es Kreativität und schnelle Lösungen, für die zukünftige Ausbildung von Querdenkern.» Lernen und Bildung sei heute anders als noch vor wenigen Jahrzehnten, darum wurde «WiLab» unter Miteinbezug junger Lernenden geplant und errichtet. Worin unterscheidet sich die neue Lernlandschaft von den Klassenzimmern?

Konkret fällt auf, dass keine eigentliche Bestuhlung eingerichtet ist. Eine kleine Tribüne für grössere Gruppenarbeiten, ein «Aquarium», ein Ruheraum für individuelles Lernen, Schaukelsitze, helle Farben, kein eigentliches Raumzentrum und fehlendes Hinten und Vorne oder unterschiedlichste Sitzgelegenheiten. Prorektor Urs Thoma erklärt: «Innerhalb einer Klasse gibt es unterschiedlichste Lernformen. Alleiniges und Individuelles Lernen, aber auch Lernen mit einer gewissen Nähe zur Lehrperson, alles ist möglich.»