«Es braucht gleich lange Spiesse»

WIL. Am Gümpelimittwoch beginnt wieder die Fastnacht. Vor der Trinkstube zum Hartz lädt das Lotsch-Zelt der Fastnacht-Gesellschaft Wil FGW zum Feiern ein. Allerdings muss jeweils um 24 Uhr Ruhe einkehren, und um 1 Uhr soll das Zelt leer sein. So sieht es die Bewilligung der Stadt vor.

Ursula Ammann
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WIL. Am Gümpelimittwoch beginnt wieder die Fastnacht. Vor der Trinkstube zum Hartz lädt das Lotsch-Zelt der Fastnacht-Gesellschaft Wil FGW zum Feiern ein. Allerdings muss jeweils um 24 Uhr Ruhe einkehren, und um 1 Uhr soll das Zelt leer sein. So sieht es die Bewilligung der Stadt vor. FGW-Präsident Oliver Baumgartner kann das nicht verstehen. Einerseits, weil der Gümpelimittwoch offiziell eine Freinacht ist – anderseits, weil der Hexenkessel auf dem Viehmarktplatz und das Zelt bei der Rudenzburg bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben dürfen. Er freue sich zwar über jedes Angebot, das die Fastnacht bereichere, so Baumgartner, «doch die Betreiber sollten gleich lange Spiesse haben». Als er bei der Stadt – nur für den Gümpelimittwoch – um eine Verlängerung gebeten habe (Betrieb mit Musik bis 1.30 Uhr, Schliessung des Lotsch-Zelts um 2 Uhr), sei er auf taube Ohren gestossen, sagt der FGW-Präsident. Die Begründung: Die Bevölkerung in der Altstadt sei sehr sensibel, und nicht alle seien am Gümpelimittwoch bis nach Mitternacht am Feiern. «Für mich stellt sich hier die Frage, ob denn die Bewohner der Altstadt bevorzugter behandelt werden als jene, die neben dem Viehmarktplatz oder bei der Rudenzburg wohnen», sagt Oliver Baumgartner.

Von der Stadt wünscht sich Oliver Baumgartner in Zukunft mehr Musikgehör für die Fastnacht. Es gehe schliesslich um die Pflege eines Kulturguts, wofür viele Bürgerinnen und Bürger viel Zeit aufwenden, ohne je einen Rappen zu sehen. Der FGW-Präsident selbst investiert jährlich rund 300 Stunden.

Gemunkelt wird, dass einige Gugger am Gümpelimittwoch eine Mahnwache für die Wiler Fastnacht halten wollen.

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