Es blitzt, donnert, hagelt und stürmt häufiger

Heftige Gewitter», «Hagelschläge», «Überschwemmungsgefahr»: Solche Wetterprognosen haben im Sommer Hochsaison. Und sie werden immer häufiger, sagt Christoph Frauenfelder. Das hat er auch aufgrund eigener Messungen in Niederuzwil festgestellt.

Ursula Ammann
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Quellwolken sind häufig die Vorboten eines Gewitters. (Bild: uam.)

Quellwolken sind häufig die Vorboten eines Gewitters. (Bild: uam.)

REGION. «In letzten Jahren hat die Häufigkeit von Gewittern zugenommen», sagt Christoph Frauenfelder. Dies weiss er aus Statistiken aber auch aufgrund eigener Aufzeichnungen. Frauenfelder beschäftigt sich schon seit rund 45 Jahren mit dem Wetter und betreibt seit 2005 eine Wetterstation in Niederuzwil. Zuvor war die Wetterstation während 30 Jahren in Romanshorn stationiert.

Die Gewitterhäufigkeit wird allein aufgrund von Augenbeobachtungen festgehalten. Aber nicht nur häufiger, sondern auch heftiger seien die Gewitter geworden, erklärt Frauenfelder: mehr Stürme, mehr Hagel. In der Region versichern sich auch immer mehr Landwirte gegen Hagel (die Wiler Zeitung berichtete am 31. Juli).

Klimaerwärmung ist schuld

Womit hängt diese Zunahme von Wetterextremen zusammen? «Mit der Klimaerwärmung», erklärt Christoph Frauenfelder. Sintflutartige Regenfälle entstehen etwa dadurch, dass durch die höheren Temperaturen mehr Wasser verdunstet und in Form von Niederschlägen wieder auf die Erde fällt.

Übergangsregion Fürstenland

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je näher sich ein Ort am Gebirge befindet, desto häufiger ist dieser von Gewittern betroffen. Das Fürstenland sei eine typische Übergangsregion zwischen dem Flachland und den Voralpen, erklärt Christoph Frauenfelder. Hier entladen sich bereits etwas mehr Gewitter als etwa im Unter- und Mittelthurgau, aber weniger als im Appenzellerland und im Obertoggenburg. Vor allem in den Bergen werde es kritisch, wenn eine Person in ein Unwetter gerate, sagt Frauenfelder. «Dort ist man geradezu Blitzableiter.»

Es sei deshalb geraten, sich nicht im Freien aufzuhalten und schon gar nicht unter einzelnen Bäumen. Der beste Schutz ist dann immer noch: Bei Unwetterwarnungen gar nicht erst auf die Tour aufbrechen.