Es bleibt still um den Bahnhof

ALGETSHAUSEN. Seit Dezember 2013 halten an der Bahnstation Algetshausen-Henau keine Züge mehr. Das wird bis zum Fahrplanwechsel 2018 so bleiben. Dann soll sich entscheiden, ob die Schliessung wieder aufgehoben wird.

Urs Bänziger
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An der Bahnstation Algetshausen-Henau sausen die Züge vorbei. Die beiden Wartehäuschen wurden mit einer Holzwand verschlossen, die Bahnhofuhr wurde abmontiert. (Bild: Ives Bruggmann)

An der Bahnstation Algetshausen-Henau sausen die Züge vorbei. Die beiden Wartehäuschen wurden mit einer Holzwand verschlossen, die Bahnhofuhr wurde abmontiert. (Bild: Ives Bruggmann)

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 steht die Bahnstation Algetshausen-Henau einsam und verlassen da. Die Züge sausen vorbei, kein einziger hält mehr an. Bahnhofuhr und Billettautomat wurden abmontiert und die beiden Wartehäuschen mit einer Holzwand verschlossen, um sie vor Vandalismus zu schützen. Ob an der Bahnstation je wieder Züge anhalten werden, steht zurzeit in den Sternen geschrieben. Offiziell ist die Haltestelle nur temporär geschlossen.

Der Gemeinderat von Uzwil jedenfalls hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Bahnstation für die beiden Dörfer wieder in Betrieb genommen wird. Darum hat er auch beim Bundesamt für Verkehr, beim Amt für öffentlichen Verkehr St. Gallen und bei den SBB angefragt, wie es um die Zukunft des Bahnhofs Algetshausen-Henau bestellt sei. Neues hat der Gemeinderat von den zuständigen Stellen nicht erfahren. Nur soviel, dass der Bahnhof weiterhin in der Dienststellen-Datenbank aufgeführt sei. Was bedeutet, dass die Schliessung nur provisorisch ist.

Chancen bestehen

Stillgelegt sicher bis zum Fahrplanwechsel 2018. Dann dürfte sich das Schicksal der Bahnstation Algetshausen-Henau endgültig entscheiden. Es gebe nichts Einsameres als einen leeren und verlassenen Bahnhof, sagt der Uzwiler Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Die SBB werden im Fahrplanverfahren entscheiden, ob und wann die Haltestelle wieder in Betrieb genommen wird. Nach seiner Einschätzung bestehen durchaus Chancen für eine Wiederinbetriebnahme. Die Durchmesserlinie in Zürich schaffe schnellere Verbindungen und dadurch wieder Kapazitäten für mögliche zusätzliche Halte.

Nachdem das Bundesamt für Verkehr der Gemeinde mitgeteilt hat, dass es für die Bahnstation Algetshausen-Henau Optionen gibt, will sich der Gemeinderat auf den Fahrplanwechsel im 2018 fokussieren und versuchen, zu gegebener Zeit ein gewichtiges Wort mitzureden. Der Entscheid werde von den Rahmenbedingungen abhängen, sagt Stricker. Was bedeutet, dass der Kanton als Besteller des Angebots im öffentlichen Verkehr und die Gemeinde Uzwil als Mitfinanzierer abwägen müssen, ob die Wiedereröffnung des Bahnhofs Sinn macht und wirtschaftlich tragbar ist.

Längere Fahrzeiten

Zumal für die Einwohner von Algetshausen und Henau mit der neuen Buslinie Uzwil–Wil eine Alternative geschaffen wurde. Der Bus habe Vor- wie Nachteile, sagt Stricker. Das Positive sei, dass jetzt auch Oberstetten an den öffentlichen Verkehr angeschlossen sei und Henau von mehr Busverbindungen in Richtung Uzwil profitiere. Dagegen müssten Pendler längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. «Mit dem Zug waren sie deutlich schneller in Wil oder in Uzwil als mit dem Bus.»

Hoffen auch in Schwarzenbach

Die Hoffnung nicht aufgegeben hat auch der Jonschwiler Gemeinderat. Denn neben Algetshausen-Henau wurde auch der Bahnhof in Schwarzenbach stillgelegt. Gemeindepräsident Stefan Frei geht davon aus, dass vor Ende 2016 kein Entscheid zu erwarten ist. Eine Wiederinbetriebnahme wäre für das Industriegebiet in Schwarzenbach mit rund 700 Arbeitsplätzen von Vorteil. «Damit möglichst viele der dort Beschäftigten den öV benützen, müsste die Gemeinde allerdings einen Verbindungsweg zum Industriegebiet schaffen», sagt Frei. Für die Bewohner in Schwarzenbach sei die weite Distanz zum Bahnhof ein Nachteil. Die Bushaltestellen dagegen befänden sich mitten im Dorf.