Es begann alles im Westquartier: SP-Politikerin Valeska Stolz' Weg führte vom Elternforum ins Wiler Stadtparlament

Valeska Stolz rückt für die SP ins Stadtparlament nach. Damit rechnen konnte sie lange Zeit nicht. Politisches Flair ist in ihrer Familie aber zweifellos vorhanden.

Gianni Amstutz
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Valeska Stolz interessiert sich vor allem für die Themen Schule, Familie und Bildung.

Valeska Stolz interessiert sich vor allem für die Themen Schule, Familie und Bildung.

Bild: PD

Valeska Stolz ist das neuste Mitglied im Wiler Stadtparlament. Bemerkenswert ist dabei, dass der Name Stolz in der Wiler Lokalpolitik bereits für positive Schlagzeilen gesorgt hat.

Das liegt aber nicht an Valeska Stolz, welche im Juni die Nachfolge von SP-Stadtparlamentarier Arber Bullakaj antritt, sondern an ihrer Tochter Mara. Sie war es, die vor rund zwei Jahren den ersten Partizipationsvorstoss in Wil eingereicht hatte. Damit schaffte sie es, dass der Stadtrat eine Jobbörse für Jugendliche aufschaltete.

Eine gewisse politische Affinität in der Familie Stolz ist also nicht von der Hand zu weisen. Ob Valeska Stolz mit ihren Vorstössen dereinst so erfolgreich sein wird wie ihre Tochter, bleibt abzuwarten.

Vom dritten Ersatzplatz ins Stadtparlament

Die 48-Jährige hatte nach den Wahlen 2016 nicht erwartet, überhaupt ins Stadtparlament einzuziehen. Sie landete auf dem dritten Ersatzplatz. «Da schien das nicht sehr wahrscheinlich», sagt sie.

Da Mirta Sauer verzichtete und Christof Kälin bereits für Marianne Mettler nachgerückt ist, kommt Stolz nun doch zum Zug. Sie freue sich auf die Aufgabe. Diese wird sie für mindestens ein halbes Jahr ausüben. Ob sie länger im Parlament bleibt, das entscheiden die Wählerinnen
und Wähler der Stadt Wil am 27. September bei den Gesamterneuerungswahlen. Der Name Valeska Stolz wird dann aber sicher auf der SP-Liste zu finden sein, denn: «Ich werde im Herbst wieder antreten.»

Viel Zeit, sich bei den Wählern einen Namen zu machen, bleibt Stolz also nicht. Trotzdem sagt sie:

«Ich werde jetzt nicht gleich mit Vorstössen vorpreschen.»

Zuerst müsse sie sich mit den Abläufen und dem Betrieb im Stadtparlament vertraut machen. Mit den Themen kennt sie sich hingegen schon aus. Für sie sei es selbstverständlich, dass man sich als Einwohnerin einer Gemeinde auch mit deren Lokalpolitik beschäftige. Schliesslich wohne sie schon seit 15 Jahren in Wil und schätze die Grösse der Stadt, die malerische Altstadt sowie die gute Lage auf der Achse St.Gallen-Winterthur Zürich.

Letzteres ist für Valeska Stolz ein nicht unwesentlicher Faktor, arbeitet sie doch im Studiendekanat der medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Dort organisiert sie klinische Kurse sowie die praktischen Prüfungen.

Engagement im Elternforum des Alleschulhauses

Dass Valeska Stolz dereinst selbst in der Lokalpolitik mitmischen würde, war lange nicht absehbar. Den Anfang nahm dies im Westquartier, genauer gesagt im Alleeschulhaus. Dort engagierte sich die Mutter zweier Töchter ab der Einschulung ihrer Kinder im Elternforum. Dieses arbeitet eng mit dem Quartierverein Wil West zusammen. «Bei vielen Themen, die uns dabei beschäftigten, war die Stadt unser Ansprechpartner.»

Nachdem sie bis dahin parteilos war, trat sie vor einigen Jahren schliesslich der SP bei. Auch hierbei spielte das Westquartier eine entscheidende Rolle. Angefragt wurde Stolz nämlich von Stadtparlamentarierin Susanne Gähwiler, die im Alleeschulhaus Klassenlehrerin einer ihrer Töchter war.

Nicht nur das Westquartier, sondern auch ihr Engagement im Elternforum zieht sich wie ein roter Faden durch Valeska Stolz’ Lebenslauf. Inzwischen ist sie im Vorstand der Elternvereinigung Wiler Schulen.

Wenig überraschend deshalb, dass es auch heute noch Themen wie Schule, Familie und Bildung sind, welche Valeska Stolz stark beschäftigen – und bei denen sie sich auch im Parlament besonders einbringen möchte. Ein weiterer Schritt zum Ausbau der Tagesstrukturen wäre beispielsweise wünschenswert, sagt sie.

Hier stimmt sie, wie bei eigentlich allen Themen, mit der Haltung der SP überein. «Oft sind sich Politiker über alle Parteien ja einig über das Ziel und die Diskussion dreht sich darum, wie man dieses am besten erreicht», ergänzt sie und lässt dabei diplomatisches Geschick durchblicken, das ihr in den Debatten im Stadtparlament von Nutzen sein dürfte.

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