Erweiterung
Ein Bekenntnis zum Standort Wil: Stihl weiht 18-Millionen-Neubau ein

Mit dem neuen Empfangs- und Kantinengebäude setzt das Unternehmen seine Ausbautätigkeit in Wil fort. Der grösste Industriebetrieb der Stadt setzt damit ein Zeichen für eine langfristige Zukunft seiner Schweizer Niederlassung.

Gianni Amstutz
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Der jüngste, aber wahrscheinlich nicht der letzte Neubau der Firma Stihl in Wil.

Der jüngste, aber wahrscheinlich nicht der letzte Neubau der Firma Stihl in Wil.

Bild: Gianni Amstutz

Der Aufbau der Kettenproduktion in Wil, nannte Nikolas Stihl, Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender der Firma Stihl, einen richtungsweisenden Entscheid. Augenzwinkernd fügte er hinzu:

«Mein Vater ahnte aber nicht, dass er mit dieser Entscheidung die bauwütigste Gesellschaft der Stihl-Gruppe geschaffen hatte.»

Tatsächlich ist die Geschichte der Firma Stihl in Wil geprägt von zahlreichen Erweiterungen. Mit der offiziellen Einweihung des neuen Empfangs- und Kantinengebäudes kam am Dienstagmorgen ein weiteres Kapitel hinzu.

Begonnen hatte alles in den 1970er-Jahren. Damals expandierte Stihl und eröffnete Niederlassungen in verschiedenen Ländern. 1974 startete das Unternehmen in Wil mit sechs Mitarbeitern und zwei Maschinen in einer gemieteten Werkstatt. Doch der Betrieb wuchs schnell.

1980 zog Stihl an seinen heutigen Standort, wo die Produktion seither mit mehreren Neubauten ausgebaut wurde. Später kam mit Bronschhofen ein zweites Werk auf dem Gemeindegebiet hinzu. So beschäftigt Stihl in Wil inzwischen mehr als 1100 Mitarbeitende.

Attraktivität als Arbeitgeber steigern

Während die Erweiterungen in der Vergangenheit vor allem der Produktion und Logistik galten, stand dieses Mal die Verbesserung der Rahmenbedingungen im Vordergrund. «Unser Ziel war es, unsere Attraktivität als Arbeitgeber in der Region zu steigern, unseren Produktionsstandort zu stärken und ihn angesichts des Fach- und Führungskräftemangels zukunftsfähig zu erhalten», führte Geschäftsführer Joachim Zappe aus.

Das dies mit dem Neubau gelungen ist, davon zeigte sich der Wiler Stadtpräsident Hans Mäder überzeugt: Die Firma Stihl bekräftige damit ihre Treue zum Standort. «Für eine Stadt wie Wil ist es wichtig, sichere und gute Arbeitsplätze in der Nähe anbieten zu können.» Regierungsrätin Susanne Hartmann sprach ebenfalls von einer wichtigen Investition eines der bedeutendsten Arbeitgebers der Region.

Aktuell rund 250 Essen pro Tag

Die neue Kantine ist das Herzstück des Gebäudes.

Die neue Kantine ist das Herzstück des Gebäudes.

Bild: Gianni Amstutz

Gekostet hat der Neubau rund 18 Millionen Franken und er soll mehrere Funktionen erfüllen. Das Herzstück ist die Kantine, welche sowohl die Mitarbeitenden des Kettenwerks in Wil als auch jene in Bronschhofen rund um die Uhr verköstigt. Aktuell werden rund 250 Essen pro Tag serviert. Bei über 1000 Mitarbeitenden sieht das Unternehmen hier noch ein Steigerungspotenzial.

Neben der Kantine dient das Gebäude auch als Empfang für Kundinnen und Kunden, Gäste sowie Besuchende. Zudem stehen – verteilt auf zwei Stockwerke – mehrere Sitzungs- sowie Schulungszimmer zur Verfügung. Gemäss Architekt Daniel Fuchs seien diese verschiedenen Nutzungen im selben Gebäude eine Herausforderung gewesen. Unter dem Leitgedanken «Alles unter einem Dach» sollten dabei möglichst wenig trennende Elemente eingesetzt werden. Dazu wurde auf eine grosse Transparenz durch den Einsatz von viel Glas geachtet.

Insgesamt wurden seit dem Spatenstich vor rund zwei Jahren 550 Tonnen Betonstahl verbaut. Die Nutzfläche beträgt etwas über 2000 Quadratmeter. Beheizt wird das Gebäude grösstenteils durch Abwärme.

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