Erweiterung des Sportparks Bergholz bleibt im Wiler Stadtparlament chancenlos

EVP-Stadtparlamentarier Roman Rutz setzte sich vergeblich für eine Sporthalle sowie Unterkunftsmöglichkeiten beim Bergholz ein. Auch der von den Grünen Prowil geforderten Klimaautarkie erteilte das Wiler Stadtparlament eine Absage.

Gianni Amstutz
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In der Nähe des Spielplatzes (im Bild rechts unten) wäre der geplante Standort für die Turnhalle inklusive Unterkunftsmöglichkeiten gewesen.

In der Nähe des Spielplatzes (im Bild rechts unten) wäre der geplante Standort für die Turnhalle inklusive Unterkunftsmöglichkeiten gewesen.

Bild: Sven Thomann/Freshfocus

In einer Motion forderte EVP-Stadtparlamentarier Roman Rutz eine Erweiterung des Sportparks Bergholz. Der Präsident des KTV Handball Wil betonte, dass der Sportpark Bergholz eine vielseitige und moderne Sportanlage sei, die für die Stadt Wil eine schöne Visitenkarte darstelle.

Doch um sich als ganzheitlicher Sportpark schweizweit zu positionieren, fehle es an zwei wichtigen Anlagebereichen: eine Sporthalle für Hallensportarten sowie eine Unterkunft.

Ein solches Projekt biete mehrere Vorteile, führte Rutz aus. Einerseits könne damit der Mangel an Sporthallen sowohl für Vereine als auch für Schulklassen gelöst werden, anderseits eröffne es der Wiler Sportanlagen AG (Wispag) neue Geschäftsfelder.

Standortfrage wird zum Knackpunkt

Bei der zuständigen Stadträtin Jutta Röösli fand Rutz damit aber kein Gehör – genauso wenig wie bei den anderen Fraktionen des Stadtparlaments.

Die Kritik an der Motion richtete sich weniger gegen deren Stossrichtung als gegen die Details. So war es über alle Fraktionen unbestritten, dass es zusätzliche Sporthallen in Wil braucht.

Der Standort beim Bergholz stiess jedoch auf breite Ablehnung. SP-Fraktionspräsidentin Silvia Ammann sprach von einem Schnellschuss. «Der Bedarf der Schulen muss Priorität haben.»

Dafür – namentlich für das über einen Kilometer entfernte Lindenhof – sei der Standort nicht geeignet. Auch EDU-Politiker Hans-Jörg Höpli, der im Namen der SVP sprach, sagte:

«Der Standort erfüllt die Vorgaben für die Schule nicht.»

Ausserdem sei es auch die falsche Zeit, eine solche Investition in Angriff zu nehmen. Wegen der Coronakrise rechne die Stadt mit Steuerausfällen in Millionenhöhe. Oberstes Ziel müsse sein, eine Steuererhöhung zu verhindern.

Auch die Grünen Prowil und die FDP stimmten mehrheitlich gegen die Motion. Mit 12 Ja- zu 25 Nein-Stimmen wurde der Vorstoss schliesslich für nicht erheblich erklärt.

Eingeschlagenen Weg weitergehen

Ebenso chancenlos war eine Motion von Guido Wick (Grüne Prowil), mit welcher er forderte, die Stadt Wil solle bis 2035 klimaautark werden. Das hätte bedeutet, dass in Wil jährlich gleichviel erneuerbare Energie produziert werden soll, wie in einem Jahr verbraucht wird.

Wick versuchte den Vorstoss auch Bürgerlichen schmackhaft zu machen: «Damit könnten wir Millionen von Franken, die aktuell ins Ausland fliessen, in der Region behalten.»

Das sei besser als jedes Konjunkturprogramm. Wick erwähnte in diesem Zusammenhang etwa die Dämmung von Häusern sowie den Bau von Fotovoltaikanlagen, welche Investitionen in Millionenhöhe in der Region auslösen würden.

Überzeugen konnte er damit niemanden. SVP-Fraktionspräsident Benjamin Büsser gestand zwar ein, dass es einzelne Punkte gebe, die der SVP gefielen, trotzdem lehne man die Motion ab. «In Wil machen wir bereits grosse Schritte in der Umweltpolitik. Diese Motion wäre für viele ein zu grosser Schritt.»

Auch andere Fraktionen machten darauf aufmerksam, dass man den eingeschlagenen Weg mit dem Energiekonzept und Massnahmen im Rahmen des Klimanotstands weiterverfolgen solle.

Letzterer habe die Marschroute definiert. «Nach so kurzer Zeit die Spielregeln zu ändern, kommt für uns nicht in Frage», sagte CVP-Fraktionspräsident Christoph Hürsch.

Auch Stadtrat Daniel Meili verwies darauf, dass der Stadtrat sein Engagement seit der Ausrufung des Klimanotstands nochmals verstärkt habe, mit dem obersten Ziel Netto 0 bis ins Jahr 2050. Die Motion wurde mit 13 Ja- zu 24 Nein-Stimmen abgelehnt.