Erste Medaille bei den Profis

Der Sirnacher Radprofi Reto Hollenstein hat sich während der letzten Wochen bei IMC unter der Sportlichen Leitung von Marcello Albasini weiter der internationalen Spitze genähert.

Urs Huwyler
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RAD. Am Sonntag endet für Reto Hollenstein mit der Schweizer Meisterschaft (SM) in Genf die erste Saisonhälfte. Auf einer Skala von eins bis zehn pedalte der 197 cm grosse Allrounder vor einem Jahr auf Niveau vier, nun fährt er drei Etagen höher. An der Tour de Suisse sorgte der bald 28jährige Thurgauer mit Rang sechs im Prolog für einen Exploit, in der 8. Etappe fuhr er solo weg, auf der Königsetappe hielt er über den Albula mit und an der SM im Zeitfahren sicherte sich Hollenstein am Mittwoch hinter Fabian Cancellara und Teamkollege Marcel Elmiger seine erste Medaille bei den Profis. «Bisher kann ich zufrieden sein. Ich habe als Helfer im Team auch einige gute Resultate vorzuweisen. Im Zeitfahren habe ich vielleicht falsch gepokert, weil ich ohne Scheibenräder gefahren bin», tönt es beim Mitglied des VC Fischingen.

«Irgendwann wird es klappen»

Der Wechsel zur Schweizer Sportgruppe IAM und Marcello Albasini als Sportlichem Leiter zahlte sich damit aus. «Reto fährt stark», lobt auch der Chef einen der nationalen Aufsteiger. Was ihm noch fehlt: ein Prestigesieg. «Vom Körperbau her ist Reto kein Sprinter. Er muss wohl solo ankommen, um ein Rennen gewinnen zu können», sagt Albasini, dessen Sohn Michael dank seiner Endschnelligkeit aus einem Feld heraus aufs Podest sprinten kann. «Es ist meine erste Saison bei einem Team mit einem professionellen Umfeld. Irgendwann wird es mit dem nötigen Glück klappen. Ich werde wieder versuchen, alleine oder in einer Fluchtgruppe durchzukommen. Insgesamt habe ich mich etablieren können», erklärt der gelernte Elektromonteur. Auch an der Norwegen-Rundfahrt (Etappen-Neunter und Gesamt-Elfter) fehlte mehrmals wenig zum Aha-Erlebnis.

Die nächste Chance bietet sich morgen Sonntag an der SM mit Massenstart. Erwartet wird ein spektakuläres Rennen, nachdem die Schweizer Radgenossen an der Tour de Suisse bewiesen, dass es bei Swiss Cycling trotz der medialen Konzentration auf Fabian national nicht nur Cancellara gibt.

Auch der Berner Zeitfahren-Spezialist kennt Reto Hollenstein inzwischen, grüsst ihn schon mal kollegial. Favoriten gebe es viele. «Wir wollen den Verlauf an unserem Heimauftritt mitbestimmen», gibt er sich kämpferisch. An der Berner Rundfahrt dominierte IAM, Hollenstein wurde Sechster.

Einsatz am Gigathlon

Nach der SM erhält der temporäre Wahl-Österreicher – seine Freundin wohnt nahe von Wien – eine schöpferische Pause. Der nächste Einsatz wird am Gigathlon von Swiss Olympic (8./9. Juli) im Micarna Goodwill-Team mit Triathletin Nicola Spirig, Behindertensportlerin Sandra Graf, Biker Ralph Näf und Bergläufer Bruno Heuberger sein. Im August folgt nach einem Aufbaurennen in Italien die zwölftägige Portugal-Rundfahrt.

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