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Kolumne

Erst der Wald, nun die Hitze

Wir klagen gegenwärtig über die ungewohnte Hitze und Dürre. Auffällig dabei: War die Diskussion über den Klimawandel bisher für die breite Bevölkerung etwas eher Abstraktes, scheint er nun für jedermann an Anschaulichkeit zu gewinnen. Denn so wie in diesen Tagen kann es künftig öfters sein.
Richard Clavadetscher

Ältere Semester erinnern sich an das Waldsterben der Achtzigerjahre. Erste Hinweise auf das Sterben der Bäume ernteten in der Bevölkerung Hohn und Spott. Doch nicht für lange. Die Bilder absterbender Bäume zeigten bald flächendeckend Wirkung – erst in Deutschland, dann auch in der Schweiz. Demonstranten forderten kopfstark Massnahmen gegen das Sterben des Forsts. Auch Bundesrat und Parlament waren schliesslich alarmiert. Und selbst in der «Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitschrift» befasste sich ein Oberst im Generalstab mit grosser Ernsthaftigkeit (und zur internationalen Erheiterung) mit dem Worst-Case-Szenario: Tarnen ohne Wald.
Dass das Waldsterben jedermann beunruhigte, zeitigte Folgen: Die Grünen erstarkten; sie konnten 1987 ihre Sitzzahl im Nationalrat gegenüber 1984 verdreifachen. Auch die anderen Parteien wollten sich ökologischen Anliegen nicht mehr verschliessen. Es kamen Massnahmen gegen die Luftverschmutzung und gegen den «sauren Regen» durchs Parlament. Der Wald starb dann zwar nicht, aber von den Massnahmen für eine bessere Luft profitieren wir heute.
Möglich war dies, weil das Waldsterben damals im Bewusstsein der Bevölkerung ankam, was die Politik unter Druck setzte und zum Handeln zwang. Und damit sind wir in der Gegenwart: Werden der Hitzesommer 2018 und die Hinweise von Wissenschaftlern auf dessen Wiederholung in immer kürzeren Zeitabständen Ähnliches bewirken? Wird also der Klimawandel als Folge dieses Hitzesommers nun zum in der Bevölkerung allgemein anerkannten grossen Problem, das Massnahmen und Verhaltensänderungen – auch einschneidende – dringlich macht? Kommt die Politik also wieder unter Druck? Nächstes Jahr finden Wahlen ins eidgenössische Parlament statt. Sie werden Antwort darauf geben.

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