Ersatzbau für Waldhütte bewilligt: Erholungsgebiet in Niederwil wird aufgewertet

Die Baubewilligung liegt vor, doch es fehlt der Baukredit. Den soll die Dorfkorporation Niederwil im Juni sprechen.

Andrea Häusler
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Lautlos streicht der Frühlingswind durch das hellgrüne Blattwerk der Laubbäume. Velofahrer pedalen über die befestigten Kieswege, Wanderer mit Stöcken und Rucksäcken streifen durchs Gehölz. Der Nutzenbuecherwald an der Kantonsstrasse zwischen Niederwil und Gossau ist ein beliebtes, in diesen Tagen intensiv genutztes Naherholungsgebiet. Einen Magnet für Familien, aber auch Vereine und Festgemeinden bildet die Waldhütte der Niederwiler Dorfkorporation. Nur: Die Feuer- und Grillstelle bleibt in diesem Frühling kalt. Nicht wegen des kantonalen Feuerverbots in Wald und der Waldesnähe. Schuld trägt allein die «Sabine». Der Winterorkan, der im vergangenen Februar durch die Region tobte, hatte eine Tanne entwurzelt und quer über das Dach der Waldhütte gelegt. Der Unterstand ist weitgehend zerstört.

Der Geselligkeit abträglich

Gedanken über einen Neubau habe sich die Dorfkorporation jedoch bereits vor dem Sturmereignis gemacht, sagt deren Präsident Peter Bruhin. Aufgrund des baulichen Zustands, vor allem aber auch wegen der ungünstigen Lage. «Die Feuerstelle und der Unterstand stehen nicht auf derselben, sondern auf der jeweils gegenüberliegenden Seite der Waldstrasse.» Das führe dazu, dass Reiter, Jogger, Spaziergänger und Velofahrer das Areal queren, was der Geselligkeit, aber auch der Sicherheit abträglich sei.

Waldhütte wechselt Strassenseite

Das inzwischen bewilligte Neubauprojekt sieht einen Ersatzbau auf jener Strassenseite vor, auf welcher der gemauerte Grillplatz steht. Wobei das Gebäude nicht mehr in Ost-West-Ausrichtung positioniert wird. Neu wird der offene Teil der Hütte der Nachmittags- und Abendsonne zugewandt sein. Der Grundriss hingegen wird der gleiche bleiben. «Wir bauen die exakt gleiche Hütte – nicht grösser und nicht kleiner», sagt Peter Bruhin. Auch wird der neue Waldtreffpunkt wieder mit Bänken und Tischen ausgestattet. Ob der Kiesplatz um die Grillstelle ebenfalls möbliert wird, sei noch offen, sagt Bruhin.

20'000 Franken veranschlagt

Die Kosten für den Neubau der Korporationshütte sind mit rund 20'000 Franken veranschlagt. Der Kredit ist allerdings noch nicht gesprochen. Aufgrund des coronabedingten Versammlungsverbots musste auch die Bürgerversammlung der Dorfkorporation Niederwil aufgeschoben werden. Entschieden wird am Abstimmungssonntag vom 14. Juni – schriftlich an der Urne.

Quasi-Abschiedsgeschenk der Korporation

Auf der Traktandenliste steht dannzumal auch die Beschlussfassung über die Auflösung der Dorfkorporation Niederwil, deren Funktion sich, seit der Ausgliederung des Bereichs Wasserversorgung im Januar 2017, im Wesentlichen noch auf die Durchführung dörflicher Anlässe beschränkt. Eine Aufgabe, die grundsätzlich auch der Kulturkommission der Gemeinde übertragen werden könnte.

Der Entscheid der Bürgerschaft über die Zukunft der Kooperation hat keinen Einfluss auf den Rückbau und Ersatz der beschädigten Waldhütte. Vorausgesetzt, die verbliebenen flüssigen Mittel der Korporation, 20000 Franken, werden für diesen Zweck freigegeben.

Nach der Abstimmung würden die Bauarbeiten unverzüglich an die Hand genommen, sagt Bruhin. Ziel sei es, die neue Waldhütte Bruggweiher noch dieses Jahr der Bevölkerung zur freien Nutzung oder mietweisen Belegung zu übergeben. Je nachdem als Quasi-Abschiedsgeschenk einer langjährig fürs Dorf engagierten Körperschaft.