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ERNTEEINBRUCH: Alles Bangen und Hoffen half nichts

Der Wintereinbruch im April hat in den Rebbergen der Region seine Spuren hinterlassen. Fast überall ist der Ertrag deutlich geringer als im Vorjahr. Dafür erreichten die Beeren hohe Oechslegrade.
Roland P. Poschung
Andrea Bosshart-Schaffhauser, Ressort Rebberg, und Eduard Kümin, Rebwart der Ortsgemeinde Wil, hoffen trotz des Kälteeinbruchs im Frühling auf eine gute Weinqualität des Jahrgangs 2017. (Bild: Roland P. Poschung)

Andrea Bosshart-Schaffhauser, Ressort Rebberg, und Eduard Kümin, Rebwart der Ortsgemeinde Wil, hoffen trotz des Kälteeinbruchs im Frühling auf eine gute Weinqualität des Jahrgangs 2017. (Bild: Roland P. Poschung)

Roland P. Poschung

redaktion@wilerzeitung.ch

Grosser Aufwand, kleiner Ertrag! Andrea Bosshart-Schaffhauser, Ressortleiterin bei der Ortsgemeinde Wil, und Rebwart Eduard Kümin bestätigen: «Auf dem Wiler Rebberg, mit einer Fläche von 150 Aren, konnten wir wegen dem April-Frost lediglich einen Viertel der Reben ernten. Beim Müller Thurgau gab es 739 Kilo und 78,5 Oechsle, beim Blauburgunder 1637 Kilo und 82 Oechsle sowie bei der Sorte Regent 847 Kilo und 77,3 Oechsle.» 30 freiwillige Helferinnen und Helfer mussten lediglich zur «Wimmet» aufgeboten werden. Die Qualität dürfte sich dennoch gut entwickeln, ist man sich einig.

Das Warten steigerte den Oechslegrad

Präsident Peter Dietrich vom Rebbauverein Wallenwil sagt: «Die Frostkerzen waren schnell ausverkauft, uns blieb eigentlich nur das Gebet, aber es nützte nichts. Viele Reben sind im April erfroren, glücklicherweise konnten wir dennoch 80 Kilo Garanoir-Trauben und 350 Kilo Müller-Thurgau ernten. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Ertrag bei 20 und 30 Prozent.» Demgegenüber, weil länger an warmen Tagen gewartet wurde, stieg der Oechslegrad auf bis zu 84, was auf einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmeter versöhnlich stimmte. Der Verein zähle zehn Mitglieder, die viel Freizeit für die Pflege, das Spritzen und die Wimmet opferten, sagt Dietrich. «Müssten wir von der Ernte leben, könnten wir kaum überleben.» Die Garanoir-Traube sei eine frühreife Sorte, die vor dem Wintereinbruch schön warm bekam, doch dann unter dem Schnee gelitten hatte und schnell dürr wurde.

Beim höchstgelegenen Thurgauer Rebberg am Nollen drohte sogar ein Totalausfall. Schnee, Minusgrade und eine starke Bise, die auch am Ottoberg grossen Schaden anrichteten, zeigten Wirkung. Rebmeisterin Lilian Gantenbein: «Wir konnten für die 50 Mitglieder lediglich rund 40 Kilo Garanoir-Trauben mit 85 Öchsle auf einer Fläche von 400 Quadratmetern ernten. Vergebliche Hoffnung hatten wir mit dem zweiten Trieb. Im 2016 gab es zum Vergleich 400 Kilo.» Präsident Hanspeter Gantenbein fügte hinzu: «Im Rahmen der Hauptversammlung des Waldvereins am 27. Oktober werden wir einen Wettbewerb durchführen, bei dem die Mitglieder Weinflaschen gewinnen können.»

Kleines Wunder am Rebberg St. Michael

Fast schon ein Wunder meldete Josef Stäuble vom Rebberg St. Michael den Weinfreunden von Niederbüren: «Dieses Jahr hatten wir dank der Rebensorte Cabernet Jura, deren Triebe noch nicht in der Blütezeit waren, fünf Prozent mehr Trauben ernten können: 306 Kilo mit rund 82 Oechsle. Dabei haben wir die Rebstöcke erst 2010 auf einer Fläche von 800 Quadratmetern gesetzt. Einen ersten Ertragsrekord gab es 2015 mit 380 Kilo.» Mehr will man nicht anstreben, die Qualität muss stimmen. Die Mitglieder profitieren von einer Partnerschaft, die pro Rebstock eine halbe Flasche Wein abwirft. Diese Partnerschaft läuft bis 2020, danach rechnet der Vorstand mit einem Austritt von 50 bis 70 Prozent der Mitglieder. Je nach Entwicklung darf der Verein den Wein extern verkaufen.

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