Erneuerung kommt ins Rollen

WIL. Die Bühne am Gleis erhält 60 000 Franken aus dem Lotteriefonds. Mit dem Geld wird die Infrastruktur angepasst. Unter anderem schafft der Kleinkunstveranstalter eigene Bühnenelemente und einen Theaterboden an.

Philipp Haag
Merken
Drucken
Teilen
Diese Rolle hat ausgedient: Der Bühne-am-Gleis-Vorstand mit Michael Fischer, Jolanda Kurz, Elisabeth Leemann, Irène Blum und Andrea Hinz beschafft einen neuen Bodenbelag. (Bild: Philipp Haag)

Diese Rolle hat ausgedient: Der Bühne-am-Gleis-Vorstand mit Michael Fischer, Jolanda Kurz, Elisabeth Leemann, Irène Blum und Andrea Hinz beschafft einen neuen Bodenbelag. (Bild: Philipp Haag)

Die Zukunft der Bühne am Gleis in Wil ist gesichert. «Der Beitrag des Lotteriefonds ist uns Motivation für ein langfristiges Engagement», sagt Vereinspräsident Michael Fischer. Hätte die Kulturförderung des Kantons St. Gallen, die für die Vergabe von Beiträgen aus dem Lotteriefonds zuständig ist, den Beitrag nicht gesprochen, hätte dies innerhalb des Vorstands zu grundsätzlichen Überlegungen über die weitere Zukunft geführt. Ende der letzten Spielsaison hatten die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder in der Nachbetrachtung festgestellt, dass das Anbieten von Kleinkunst-Anlässen mit der bestehenden Infrastruktur in Zukunft schwierig sein dürfte. «Der organisatorische und personelle Aufwand für den Auf- und Abbau ist äusserst hoch», sagt Fischer.

Die 8. Saison

Nun startet der Kleinkunstveranstalter mit 60 000 Franken aus dem Lotteriefonds für die Erneuerung der Infrastruktur in seine 8. Saison. Der Kanton begründet die Zahlung, indem er den ehrenamtlichen Einsatz des Vereins zur Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt Wil hervorhebt. Der Bühne-am-Gleis-Vorstand hatte mit dem Projekt «Sechsmal leichtfüssiger in die Zukunft» nach Unterstützungsgeldern nachgefragt. Die beantragte Summe belief sich auf 170 000 Franken. Der Lotteriefonds übernimmt jeweils rund einen Drittel. Der Rest ist durch Eigenmittel sowie durch private Gönner und das Gewerbe aufzubringen. Sechs Punkte waren Bestandteil des Begehrens. Die Wesentlichen: Eigene Bühnenelemente, ein neuer Theaterboden, eine Lüftung sowie ein Lager für die Bühne. Bis anhin erstellt der Veranstalter die Zuschauertribüne mit Elementen aus dem Mattschulhaus. Die Beine stammen aus dem Stadtsaal. Der Boden wird jeweils aus mehreren Elementen zusammengefügt.

Entlastung für Helferteam

«Die Anschaffungen entlasten das Helferteam enorm», sagt Fischer. Indem die Bühnenelemente nicht mehr von auswärts herbeigeschafft werden müssen und der Boden als Ganzes ausgerollt werden kann, ist der Auf- und Abbau nicht mehr derart zeitaufwendig. «Das Helferteam muss nur noch ein paar Stunden aufwenden und nicht mehr beinahe ein komplettes Wochenende», sagt Fischer. Ein Punkt ist noch nicht gelöst: Das Lager für die Bühnenelemente. Der beim Kanton eingereichte Vorschlag mit einem Anbau an das Gebäude an der Churfirstenstrasse übersteigt die finanziellen Möglichkeiten des Vereins. Aus diesem Grund arbeitet der Vorstand gegenwärtig an einem redimensionierten Projekt. Die neuen Bühnenelemente, welche der Verein auch aus eigenen Mitteln finanzieren könnte, werden in der Zwischenzeit in einem Provisorium untergebracht.

Dank der erfolgreichen Spielzeiten konnte die Bühne am Gleis Rückstellungen für Investitionen bilden. Auch die abgelaufene Saison trägt dazu bei, schloss diese doch mit einem Gewinn von knapp 3000 Franken. Die Anzahl an zahlenden Besucherinnen und Besucher betrug im Schnitt 55. Nachdem die Besucherzahl in den vorherigen Spielzeiten kontinuierlich angestiegen war, kam es in der Spielsaison 2014/2015 zu einer Stagnation. Fischer hofft, dank der neuen Infrastruktur und einem abwechslungsreichen Programm (siehe Kasten) auf steigende Zuschauerzahlen in der nun anlaufenden Spielzeit. Bei den Veranstaltungen hält die Bühne am Gleis an ihrer Ausrichtung fest: Dem Verschmelzen und Ineinandergreifen von Theater, Musik, Tanz, Bewegung und Gestalten. Zum ersten Mal nimmt der Kleinkunstveranstalter mit Carlos Martinez einen Pantomimen ins Programm auf. Auch die Kinder kommen wieder auf ihre Kosten: Die Company Mafalda zeigt ein witzig-absurdes Tanztheater.