«Erlebnis Schulweg erhalten»

Die Traktandenliste für die Bürgerversammlung vom 30. März sei «überschaubar», sagte Gemeindepräsident Max Rohr an der Vorversammlung in der Turnhalle Rossrüti. Deshalb informierte der Gemeinderat Bronschhofen über aktuelle Themen in den Bereichen Bildung und Finanzen.

Sebastian Keller
Drucken
Der Gemeinderat informiert: Gemeinderatspräsident Max Rohr, Schulratspräsident Daniel Meili sowie die Gemeinderäte Eugen Melliger und Manfred Ott. Gemeinderätin Marlise Zünd liess sich entschuldigen, da sie mit einer Grippe im Bett lag. (Bild: seb.)

Der Gemeinderat informiert: Gemeinderatspräsident Max Rohr, Schulratspräsident Daniel Meili sowie die Gemeinderäte Eugen Melliger und Manfred Ott. Gemeinderätin Marlise Zünd liess sich entschuldigen, da sie mit einer Grippe im Bett lag. (Bild: seb.)

Rossrüti. Die Traktandenliste für die Bürgerversammlung ist kurz wie der Einkaufszettel eines Ein-Mann-Haushaltes. Aber doch läuft viel in der Gemeinde Bronschhofen. Die Gemeinderäte informierten über Themen in ihren Ressorts. So erläuterte Gemeinderat Eugen Melliger die Gemeindefinanzen. «Wie in allen umliegenden Gemeinden konnten auch wir einen besseren Rechnungsabschluss präsentieren.» Statt einem Defizit von 442 300 Franken verbuchte die Gemeinde einen Überschuss von 444 739 Franken. Die Gründe sind auf der Ausgaben- und Ertragsseite der Buchhaltung zu finden. Die Gemeinde konnte 300 000 Franken mehr Steuern von juristischen Personen einnehmen. Auch die Grundstückgewinnsteuer füllte die Gemeindekasse mit zusätzlichen 460 000 Franken. Der Bereich Bildung benötigte 282 000 Franken weniger als budgetiert.

Für das Jahr 2011 rechnet Eugen Melliger mit einem Ertragsüberschuss von 26 800 Franken – bei einem unveränderten Steuerfuss von 152 Prozent. «Die Steuereinnahmen sind sehr schwierig zu kalkulieren», sagte Mellinger. Mit Mehrausgaben von 150 000 Franken rechnet der Gemeinderat wegen der Pflegefinanzierung und der Erhöhung der Beiträge an die Spitex.

Bildung kostet mehr

Schulratspräsident und Gemeinderat Daniel Meili informierte im Detail über das Ressort Bildung. Auch über das Budget 2011. Der Bildungsaufwand steige um 3,9 Prozent oder 337 000 Franken gegenüber der Rechnung 2010 an. Als Hauptgrund nannte er die veränderte Altersstruktur der Lehrpersonen an der Oberstufe. Das heisst: Junge Lehrpersonen, die gegangen sind, wurden durch ältere ersetzt. Und diese verdienen gemäss Besoldungsreglement mehr.

Meili zeigte auf, wie sich die Schülerzahlen in der Gemeinde Bronschhofen entwickeln. Bis zum Schuljahr 2014/15 rechne er mit einem Rückgang auf total 531 Schülerinnen und Schüler in allen Stufen, heute sind es 557. «Die Entwicklung durch die Bautätigkeit ist darin nicht enthalten», schränkte Meili ein, «diese lässt sich fast nicht berechnen.»

Weiter informierte er über die ins Auge gefasste Sanierung des Schulhauses Obermatt (siehe Kasten). Die Helmtragpflicht bei allen schulischen Aktivitäten sei erfolgreich eingeführt worden. Zudem «sponsert» die Schule Leuchtwesten für die Schulwegsicherheit. Besorgt zeigte sich der Schulratspräsident über den «Schulweg-Tourismus». Dass Eltern ihre Schüler mit dem Auto zur Schule fahren, führe immer wieder zu gefährlichen Situationen beim Parkieren. Er appellierte aber auch aus anderen Gründen gegen den Fahrdienst der Eltern: «Nehmen Sie dem Kind das Erlebnis Schulweg nicht weg», bat Meili. Der Schulweg fördere die Sozialkompetenz und auch die Gesundheit. Ein Verbot würde indes nichts bringen, stellte Meili klar.

Neu mit Einbürgerungsrat

Gemeinderat Manfred Ott sprach über die Neuerungen bei den Einbürgerungen. Über diese könne nicht mehr die Bürgerversammlung befinden. Seit dem 1. Januar entscheide der Einbürgerungsrat über die Gesuche. In Bronschhofen setzt sich dieser Rat aus dem gesamten fünfköpfigen Gemeinderat zusammen. «Der Einbürgerungsrat entscheidet aufgrund umfangreicher Unterlagen und einem persönlichen Gespräch», so Manfred Ott. Danach werde – wie bei Bauvorhaben – das Gesuch öffentlich aufgelegt, und die Bürger könnten Einsprache erheben.