Erklärung eidg. Eigenheiten

Verständigung ist das Fundament jeder Beziehung. Ob zwischen Staaten oder zwischen Männern und Frauen. Dazu gehört das Wissen um die Eigenheit des anderen. Interkulturelle Kommunikation nennt das, wer lokal agiert und global parliert.

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Verständigung ist das Fundament jeder Beziehung. Ob zwischen Staaten oder zwischen Männern und Frauen. Dazu gehört das Wissen um die Eigenheit des anderen. Interkulturelle Kommunikation nennt das, wer lokal agiert und global parliert. Lernbar ist es an Universitäten im In- und Ausland. Der globale Heiratsmarkt trägt das Seine dazu bei. Auch Flirt-Ratgeber meinen: Es komme gut, wenn man vom anderen vorab etwas weiss – den Namen oder ein Wort vielleicht. Sprechen er und sie vom selben, wächst die Liebe trotz interkulturellem Fundament. Ob die Kenntnis, wie man im Ausland ein inländisches Bier bestellt, hilfreich ist, soll nicht gesagt sein. Auch nicht gewiss ist, ob eine schweizerisch-ungarische Liebschaft auf der Basis eines universitären Lehrmittels Chancen hat. Klar ist: Mit dem Lehrmittel, das ich jüngst las, bereiten sich ungarische Studentinnen und Studenten auf eine Reise in die Schweiz vor. Es folgen Beispiele: Arbeiten – büglen, chrampfe, schaffe; Entschuldigung – Äxgüsi; Guten Tag – Grüezi; Kind – Goof; Liebling – Schätzli. Alles beeindruckend und richtig, wenn auch nicht immer auf der richtigen Stilebene. Aber wer, ausser Literaturkritikern, lebt schon auf Stilebenen? Zur Eröffnung eines Gesprächs taugt es allemal. Für die Einleitung der zitierten Übersetzungen müssten die Autoren des Lehrmittels nochmals über die Bücher der Confoederatio Helvetica. Sie schreiben: «Das gutturale CH gehört so sehr zur eidgenössischen Identität, dass es im übrigen auch als internationales Post- und Autokennzeichen verwendet wird.»

Sebastian Keller

sebastian.keller@wilerzeitung.ch

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