Erinnerungen an den Vater Karl Peterli

Wenn Karl Peterli in der Stadt oder am Rande der Stadt malte, hatte er meist Zuschauer, und diese benahmen sich nicht immer sehr rücksichtsvoll.

Gabriel Peterli
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Wenn Karl Peterli in der Stadt oder am Rande der Stadt malte, hatte er meist Zuschauer, und diese benahmen sich nicht immer sehr rücksichtsvoll. Oft sass der Hund neben dem arbeitenden Künstler, aber der Vierbeiner griff nicht ein, wenn ein Kind in die Farbkiste griff oder ein älterer Herr meckernd feststellte, der Maler habe einen Kamin vergessen.

Da erübrigte sich ein Kommentar. Es war aber nicht Karl Peterlis Art, auf Stellungnahmen zu verzichten. Wenn ihn eine neue Geschäftsbeschriftung ärgerte oder eine Fassade mit einem unpassenden Anstrich versehen wurde, stieg er auf die Barrikaden. Er meldete sich auf dem Rathaus, wünschte den Stadtammann zu sprechen, wurde vorgelassen und übte Kritik: vermutlich wenig diplomatisch, aber glaubhaft.

Wahrscheinlich kam ihm in solchen Situationen zugute, dass er sich um die Stadt verdient gemacht hatte. Er hatte sich auch darum bemüht, den Bräuchen wieder mehr Farbe zu geben, hatte den Wilern die Schönheit der Gassen und Strassen vor Augen geführt und gezeigt, dass auch eine Baustelle oder der Aufgang zu einem Perron des Bahnhofs ein gestalterisches Motiv sein kann.

Gabriel Peterli ist das jüngste Kind von Karl Peterli. Er ist in Wil aufgewachsen und lebt heute in Chur, wo er lange Zeit als Deutschlehrer tätig war.