Erholung schreitet voran

37 Millionen Franken Steuern und Nebensteuern nahm die Gemeinde Uzwil im vergangenen Jahr ein. Erstmals seit 2009 waren die Gesamterträge höher als im Vorjahr.

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UZWIL. Wichtigste Steuern für die Gemeinde sind die Einkommens- und Vermögenssteuern der Einwohnerinnen und Einwohner. 30,5 Millionen Franken nahm die Gemeinde ein. Ein Plus von 913 000 Franken gegenüber dem Vorjahr.

Trendwende?

Mitte des letzten Jahres deutete wenig auf eine erfolgreiche Entwicklung hin: Die Uzwiler Einkommens- und Vermögenssteuern lagen gegenüber dem Vorjahr im Minus. Anders der Durchschnitt der Gemeinden. Sie waren schon im Plus. Per Ende Jahr hat sich das Bild korrigiert. Kantonsweit resultierte ein Plus von 1,9 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, Uzwils Entwicklung mit einem Plus von 3,1 Prozentpunkten bei den wichtigsten Steuern übertrifft den Durchschnitt. Lucas Keel: «Der Trend stimmt für die Zukunft zuversichtlich. Die wirtschaftliche Entwicklung kompensiert langsam die Ausfälle der Steuergesetzrevision.» Er kann deshalb damit leben, dass trotz Mehrerträgen die budgetierten Werte nicht erreicht wurden.

Kantonale Steuern

Die Gemeinden partizipieren an verschiedenen kantonalen Steuern. Ihre Erträge schwanken Jahr für Jahr, ein Auf und Ab ist normal. Diesem Ruf machten sie 2012 alle Ehre. Die Gesellschaftssteuern – zweitwichtigste Steuerquelle für die Gemeinde – erreichten mit 2,4 Mio. Franken praktisch das Budget von 2,5 Mio. Franken, lagen aber wie erwartet deutlich unter den Vorjahreswerten. Anders die Quellensteuern: Ihre Erträge übertrafen die Vorjahres- und Budgetwerte klar.

Mehr Nach- und Strafsteuern

Mit Mehrerträgen von 80 Prozent gegenüber dem Budget schlagen die Nach- und Strafsteuern zu Buche. Lucas Keel: «Die 135 000 Franken nehmen wir gerne. Wir wissen aber nicht so recht, ob wir uns daran freuen sollen.» In Uzwil sind weniger Steuerpflichtige definitiv veranlagt als anderswo.

Personelle Engpässe

Eine Folge von personellen Engpässen beim kantonalen Steueramt. Pius Stössel, Leiter des Uzwiler Steueramtes: «Steuerveranlagungen sind ein Zusammenspiel von Gemeindesteueramt und kantonalem Steueramt. Davon spüren die Steuerpflichtigen üblicherweise nichts.» Sie merken nicht, dass der Kanton Verrechnungssteuern bearbeitet. Dass verschiedene Kategorien von Steuerpflichtigen – selbständig Erwerbende etwa oder öffentliche Angestellte – vom Kanton veranlagt werden. Engpässe bei den kantonalen Mitarbeitern, welche Uzwiler Steuerfälle bearbeiten, wirken sich deshalb sofort auf den Veranlagungsstand aus. Pius Stössel: «Am Team des Uzwiler Steueramtes liegt's nicht. Meine Mitarbeitenden haben alles dafür getan, diesen Engpass, so gut es geht, zu kompensieren.» Die Zahlen geben ihm recht. 88 Prozent aller definitiven Veranlagungen in Uzwil hat das Gemeindesteueramt vorgenommen, nur 12 Prozent das kantonale Steueramt. Im Kantonsmittel ist es die Hälfte mehr. Die Gemeinde zählt darauf, dass das kantonale Steueramt den Rückstand von rund 400 Veranlagungen zügig aufholt. (gk.) ?